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Briten lassen Dachse schießen

Umstritten: Kann durch intensive Dachsbejagung die Tuberkolose eingedämmt werden? Foto: Jens Krüger © Jens Krüger
Umstritten: Kann durch intensive Dachsbejagung die Tuberkolose eingedämmt werden? Foto: Jens Krüger © Jens Krüger

Umstritten: Kann durch intensive Dachsbejagung die Tuberkolose eingedämmt werden? Foto: Jens Krüger

Die Jagd auf die insgesamt rund 5000 Schmalzmänner hat bereits begonnen. Weil die Tiere Tuberkulose auf Rinder übertragen können, sollen in einem kontrollierten Abschuss in zwei Grafschaften sechs Wochen lang Dachse erlegt werden, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen.
Die Aktion ist Teil eines Versuches, der über mehrere Jahre laufen soll. Sollte dieser erfolgreich sein, könnte die Bejagung auf ganz England ausgedehnt werden.
Der britische Umweltminister Owen Paterson erklärte, dass die Methode in Irland bereits erfolgreich gewesen sei.
Gegner der Jagd protestieren unter anderem mit Nachtwachen und bezeichnen das Vorgehen als wirkungslos und ethisch problematisch. Eine unabhängige Wissenschaftler-Gruppe hätte 2007 einen Bericht veröffentlicht, der den Dachs zwar als eine Ursache der Tuberkuloseerkrankung von Vieh bezeichnet, das Erlegen der Tiere könne laut dieser Studie aber keinen nennenswerten Beitrag zur Bekämpfung der Seuche leisten. Deutschlands Tierbestände sind seit 1997 «amtlich anerkannt tuberkulosefrei», wie das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz auf seiner Webseite schreibt. Trotzdem kommt es zu Ausnahmen: Im vergangenen Frühjahr hatten sich im Allgäu Fälle von Rinder-Tuberkulose gehäuft. Daraufhin wurde gezielt Rotwild abgeschossen.
Die Seuche ist weltweit verbreitet, in Europa tritt sie neben Großbritannien und Irland derzeit vor allem in Spanien auf.
dpa