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Braunbärrisse: Landesamt sieht keinen Handlungsbedarf

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Dienstag, 31.05.2022 - 16:20
Braunbaer-Ursus-Arctos-PHK © ©godi - stock.adobe.com
Mehrere gerissene Schafe gehen vermutlich auf das Konto eines Braunbären (Symbolbild).

Im Karwendeltal in der Nähe der Bäralp, Österreich, sind 15 Schafe von einem Braunbären gerissen worden. Das berichteten nun mehrere Zeitungen, darunter der „Merkur“. Dabei soll es sich um 14 Mutterschafe und ein Lamm handeln. Der Angriff fand auf der Tiroler Seite statt. Bis zur deutschen Grenze und nach Bayern sind es jedoch nur wenige hundert Meter. Der Besitzer der Schafe, Gerhard Maurer aus Leutasch, sei von einem Jäger über den Vorfall informiert worden, berichtet der „Merkur“. Dieser hätte eines der Schafe entdeckt. Nachdem Maurer am Ort des Geschehens angekommen sei, hätte er erst das ganze Ausmaß erkannt. Der Bär hätte den Schafen teilweise den Kopf abgerissen, die Haut aufgeschlitzt und die Tiere ausgeweidet. 20 weitere Schafe werden derzeit noch vermisst.

Das Gelände, auf dem Maurer und ein weiterer Schafbesitzer ihre Schafe gehalten hatten, sei durch einen Elektrozaun umzäunt, berichtet Maurer gegenüber dem "Merkur". Das sei jedoch nicht vollumfänglich der Fall. Dort, wo das Gelände verhindert, dass die Schafe ausbrechen, sei kein Zaun aufgestellt worden. An diesen Stellen hätte der Bär unbeschwert in die Schafweide eindringen können, so Maurer gegenüber dem „Merkur“. DNA-Nachweise sollen nun die Gewissheit bringen, ob es sich tatsächlich um einen Bären gehandelt hat. Wildkameraaufnahmen hatten im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich in der letzten Zeit immer wieder einen Bären abgelichtet.

Behörde sieht wenig Handlungsbedarf

Das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) sieht aufgrund des Vorfalls noch keinen Handlungsbedarf. „Aktuell befinden wir uns in der Stufe 1 mit einem zu- bzw. durchwandernden Einzeltier. In der derzeitigen Situation stehen gemäß der ersten Stufe des Managementplans „Braunbären in Bayern“ als wichtigste Punkte Monitoring, Information und Prävention im Mittelpunkt“, erklärte das LfU auf Nachfrage gegenüber der Redaktion. Im Falle eines Nutztierrisses durch einen Bären hätten die Geschädigten Anspruch auf Ausgleichszahlungen. „Voraussetzungen für eine Zahlung sind vor allem eine eingehende Dokumentation des Fundes und der Begleitumstände durch ein Mitglied des „Netzwerks Große Beutegreifer“ sowie in begründeten Verdachtsfällen eine anschließende detaillierte Untersuchung des Tierkörpers durch einen Veterinär“, erläutert das LfU.


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