+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 185 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 27.11.2020) +++
Home News Brauchbarkeitsprüfung vom ÖJV in Niedersachsen zugelassen

Brauchbarkeitsprüfung vom ÖJV in Niedersachsen zugelassen

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Freitag, 07.08.2020 - 09:40
Jagdhunde-Drahthaar © Eike Mross
Alle Hunderassen sollen eine Brauchbarkeitsprüfung zur Stöber- oder Nachsuchenarbeit ablegen können.

Das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) hat die Brauchbarkeitsprüfungsordnung zur Stöber- und Nachsuchenprüfung von Jagdhunden des Ökologischen Jagdvereins Niedersachsen-Bremen (ÖJV-NB) mit Bescheid vom 24. Juli anerkannt. Nach Aussage der Pressesprecherin hat der ÖJV-NB außerdem eine zweite Ordnung zur Prüfung vorgelegt. Dabei handelt es sich um die Prüferordnung, welche die Anforderungen an die Richter enthält. Diese werde derzeit noch geprüft. „Daher sind zurzeit noch keine Brauchbarkeitsprüfungen durch den Ökologischen Jagdverein Niedersachsen-Bremen möglich“, so die Pressevertreterin gegenüber der Redaktion.

Der ÖJV-NB sagt dazu: "Eine Prüfer- oder Richterordnung ist weder durch das Niedersächsische Jagdgesetz, noch durch die Ausführungsbestimmungen gefordert. Auch aus der aktuellen Rechtsprechung (Urteil des Verwaltungsgerichtes Hannover vom 12. März 2020 Az.: 11 A 4867/18) lässt sich keine Notwendigkeit für eine Freigabe einer Prüferordnung durch das ML herleiten. Ganz im Gegenteil wurden durch das Gericht Prüfungen und auch Prüferordnungen anderer Vereine als ausreichend akzeptiert, ohne dass diese dem ML vorgelegen haben. Wir wollen trotzdem mit dem ML eine sachliche Übereinkunft treffen und haben dem ML unsere Prüferordnung zur Einsicht übermittelt. Eine Freigabe durch das ML ist nach unserer Rechtsauffassung aber nicht notwendig."

Alle jagdlich geführten Hunde sollen zugelassen werden

Bislang waren gemäß der Brauchbarkeit der LJN für erschwerte Nachsuchen nur Jagdhunde zugelassen, die dem Phänotyp der vom JGHV anerkannten Rassen Schweißhund, Bracken und Teckeln entsprechen. Ebenso war die Zulassung für eine Stöberprüfung eingeschränkt. Diese dürfen nur kurzläufige Jagdhunde absolvieren, die dem Phänotyp der vom JGHV anerkannten Rassen Deutscher Wachtelhund, Terrier, Bracke, Spaniel, Beagel und Teckel entsprechen.

Der ÖJV-NB möchte diese Brauchbarkeitsmodelle allen zur jagdlichen Verwendung geführten Hunden ermöglichen. Walter Behrens, Ansprechpartner für den Arbeitskreis Hundewesen beim ÖJV-NB, erklärt gegenüber der Redaktion: „Wir wollen die Anforderungen der Brauchbarkeit keinesfalls einfacher machen. Wir möchten lediglich die Zulassung erleichtern.“ Der ÖJV-NB werde sofort mit der Vorbereitung seiner Brauchbarkeitsprüfungen beginnen. Dabei müsse man nicht auf Verbandsrichter des JGHV zurückgreifen, möchte diese aber keinesfalls ausschließen. Man freue sich über jede Unterstützung.

Das sagt die Landesjägerschaft dazu

Die Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) bedauert den Umstand, dass es bei der Zulassung keine Beschränkung auf Jagdhunderasse des JGHV gebe. Laut Henning Johns, Landesobmann für das Jagdhundewesen der LJN, bieten nur Jagdhunderassen, die z.T. seit über 100 Jahren für den jagdlichen Gebrauch gezüchtet und geprüft werden, Gewähr, dass Wesensmerkmale (z.B.: Schussfestigkeit, Laut) bei den Elterntieren fest verankert und überprüft sind. Bei Hunden, deren Rassen noch nie auf jagdlichen Arbeitsprüfungen geführt wurden, sei dies sehr fraglich. Ähnliches sei es bei Mängeln am Körperbau, Augen oder Gebiss.

Ein Einblick in die Fächer der Brauchbarkeit


Kommentieren Sie