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„Brandbrief“ der Luxemburger Jäger: Das sagt die Verwaltung

Die Luxemburger Jäger beklagen sich über mangelnde Unterstützung seitens der Regierung im Kampf gegen die ASP.


Die „Federation Saint-Hubert des Chasseurs du Grand-Duché de Luxembourg (FSHCL)“ – der Zusammenschluss der Luxemburger Jäger – machte mit einem „Brandbrief“ auf sich aufmerksam.

In ihrer Pressemitteilung beklagten die Jäger, ihnen werde von Seiten der Ministerien die notwendige Bejagung von Schwarzwild unmöglich gemacht. So seien auf dem gesamten Territorium des Landes „ausnahmslos alle“ Bewegungsjagden verboten, Ansitz und Pirsch im Wald auf rund 90% der Landesfläche untersagt. Gleichzeitig weigere sich die Luxemburger Regierung, die Jäger umfassend in die ASP-Bekämpfung einzubinden und zu informieren.

Verwaltung reagiert verwundert auf die Vorwürfe

Die für die Jagd zuständige Naturverwaltung (ANF) unter der Kompetenz des Umweltministeriums, reagierte auf die Vorwürfe mit Unverständnis.

Ansitz- und Pirschjagd, sowie die Bewegungs-, Treib- und Drückjagd ohne Hunde sei das ganze Jahr über gestattet. Die Bewegungsjagd mit Hunden von Mitte Oktober bis Ende Januar. Dazu kommt die Bewegungsjagd mit Hunden in Maisfeldern vom 1. August bis zur Ernte. Die einzige Einschränkung bilde eine allgemeine Jagdruhe von sechs Wochen im gesamten Jagdjahr und nur auf den Wald beschränkt.

Diese Jagdruhe nimmt die Jägerschaft nun offenbar zum Anlass Sturm zu laufen.

Naturverwaltung wünscht enge Zusammenarbeit

Die angebliche Weigerung der Regierung, die Jäger umfassend in die ASP-Bekämpfung einzubinden betreffend, äußerte sich der Beigeordnete Direktor der Naturverwaltung Dr. Laurent Schley folgendermaßen: „Eine solche Weigerung gibt es nicht. Im Gegenteil, es wird momentan fast täglich wiederholt, dass eine Partnerschaft mit den Jägern unumgänglich ist.“

Man habe sich bereits seit 2014 mit der möglichen Gefahr eines ASP-Ausbruchs befasst. Seit dem Herbst 2018, als die ASP-Ausbrüche in Belgien bekannt wurden, wurden alle betroffenen Akteure, darunter auch die Jägerföderation, in eine "Taskforce ASP" einbezogen.

Zusätzlich ging allen 2200 Jagdscheininhabern in Luxemburg ein Infobrief zu. Die Naturverwaltung veröffentlicht regelmäßig Updates zum Thema ASP. Ein seit langem geplantes Treffen der Jägerschaft Ende März mit der Umweltministerin sagten die Jäger kurzfristig einseitig ab. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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