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Brandanschläge auf Hochsitze in Bayern – Wer sind die Täter?

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Sonntag, 17.04.2022 - 15:26
Feuer-Waldbrand © ©Dmytro Gilitukha - stock.adobe.com

Die Polizei Zusmarshausen, Landkreis Augsburg in Bayern, hat seit zwei Monaten mit einer Serie von Brandanschlägen auf Jagdeinrichtungen zu tun. Begonnen haben die Vorfälle am Morgen des 14. Februar 2022. An diesem Montag war ein Jagdpächter in seinem Revier auf dem Weg zu seinem Hochsitz. Dieser stand in einem Wald, westlich der Kreisstraße A 3 zwischen Deubach und Rommelsried auf der Gemarkung Diedorf.

Als der Jäger bei der Ansitzeinrichtung gegen 6 Uhr ankam, stand die Jagdkanzel bereits in Flammen. Um das Feuer zu bekämpfen und einen Waldbrand zu verhindern, rückten die Feuerwehren Deubach und Rommelsried mit zwölf Kräften aus. Der Jägerstand war jedoch nicht mehr zu retten und brannte vollständig nieder. Der Schaden beläuft sich auf ca. 300 Euro.

Gut anderthalb Monate später dann der nächste Vorfall: In der Nacht vom 27. auf den 28. März brannte südlich von Bieselbach ein weiterer Hochsitz. Auch dieser wurde zerstört. Die Schadenssumme beläuft sich auf ca. 1.000 Euro. Im Löscheinsatz befanden sich die Feuerwehren von Bieselbach, Horgau und Zusmarshausen mit 27 Kräften. Die neben der Jagdeinrichtung stehenden Hochspannungsmasten konnten nur durch das beherzte Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehren vor einem Übergreifen der Flammen geschützt werden.

Das Kuriose an dieser Sache, die Täter hatten es in dieser Nacht nicht nur auf Hochsitze, sondern auch auf andere Jagdeinrichtungen abgesehen. Gegen halb eins in der Nacht, nur zwanzig Minuten vor der Alarmierung der Feuerwehr wegen des brennenden Hochsitzes, wurde die Polizei über einen anderen Brand verständigt. Am Fahrbahnrand der Straße 2510 im Waldgebiet zwischen Biburg und Horgau stand auf Höhe der Griesbergquelle eine Mülltonne in Flammen. Nach den Löscharbeiten stellte sich heraus, dass sich in dieser „größere Tierknochen“ befunden hatten, erklärte Achim Winterstein, Polizeihauptkommissar der Polizei Zusmarshausen, gegenüber der Redaktion. Da davon ausgegangen werden kann, dass diese Tonne einem Jäger gehört, der sie für Luderabfälle benutzt hat, wird dieser nun als wichtiger Zeuge gesucht. Ob dieser Brand mit dem Anschlag auf den Hochsitz zusammenhängt, sei noch nicht klar, sagte Winterstein weiter.

Die Brandserie setzt sich fort

In den darauffolgenden Tagen kam es zum dritten Brandanschlag auf einen Hochsitz. Am Abend des 30. März meldete eine Spaziergängerin einen durch Brand beschädigten Hochsitz zwischen Fleinhausen und Dinkelscherben. Dieser wurde vermutlich zwischen dem 28. und 30. März versucht zu zerstören. Doch Glück im Unglück, denn die Kanzel, anders als bei den Vorfällen zuvor, brannte nicht vollständig aus.

Der nächste Brand ereignete sich zwischen dem 9. und 11. April im Waldgebiet Steinberg zwischen Bieselbach und Lindach. Ein in einer Waldschneise stehender Hochsitz brannte vollständig nieder. Nach dem Bekanntwerden dieser Brandstiftung wurde ein weiterer Vorfall gemeldet. Die zuständige Forstverwaltung im Gebiet um den Steinberg meldete, dass eine ihrer Ansitzeinrichtungen durch Brand zerstört wurde. Den Spuren nach zu urteilen, lag dieser Brand jedoch schon länger zurück und kann zeitlich wohl in den Februar verortet werden. Der ältere Tatort liegt nur 200 Meter südöstlich des bekanntlich zuletzt abgebrannten Hochsitzes und stand auf derselben Schneise. „Das es in diesem Fall zu keinem Waldbrand kam ist nur glücklichen Umständen geschuldet, da der Hochsitz direkt an einer Fichte am Waldrand angebracht war“ erklärte Winterstein. Die Fälle sind mittlerweile an die Kriminalpolizei Augsburg übergeben worden. Ein Verdächtiger konnte noch nicht ermittelt werden.

In der Nähe des Landkreises Augsburg kam es im Landkreis Neuburg Schrobenhausen zwischen dem 20. und 21. März ebenfalls zu Fällen von Brandstiftung an Jagdeinrichtungen. Nach Angaben der Polizeiinspektion Neuburg a. d. Donau gegenüber der Redaktion wurden in den Gemeinden Ehekirchen und Oberhausen zwei Kanzeln zerstört.

Auch benachbarte Landkreise sind betroffen

In einem Nachbarlandkreis von Augsburg, in Dillingen a. d. Donau, gab es im Februar ebenfalls mehrere Fälle abgebrannter Hochsitze. Hier erklärte die Polizeiinspektion Dillingen gegenüber der Redaktion, dass am 14. Februar gegen 4 Uhr nachts zwischen Wortelstetten und Ehingen eine Jagdeinrichtung an einem Feldweg brannte. Ein Landwirt hatte um 5 Uhr die Zerstörung der Polizei gemeldet. Der Sachschaden beläuft sich auf 1.000 Euro. Ob es sich hierbei um Brandstiftung handelt, ist bis jetzt noch nicht bekannt.

In der Nacht vom 25. Auf den 26. Februar kam es dann zu zwei Bränden an Hochsitzen, die mit Brandstiftung in Verbindung gebracht werden. Passanten hatten die Feuerwehr alarmiert, nachdem sie einen brennenden Hochsitz in der Flur von Unterhürheim im Ried entdeckt hatten. Die Freiwillige Feuerwehr Buttenwiesen rückte mit 15 Kräften aus und konnte den Brand löschen. Kurz Zeit später, gegen 2 Uhr nachts, wurde im Bereich Diedorf der Brand einer Jagdkanzel gemeldet. Die beiden Orte liegen ca. 30 Kilometer Luftlinie auseinander. Hinweise auf den oder die Täter gibt es in allen drei Fällen nicht.


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