+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.995 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 24.6.2022) +++
Home News Borna-Virus: Lebensgefährliche Krankheit nachgewiesen

Borna-Virus: Lebensgefährliche Krankheit nachgewiesen

Redaktion PIRSCH
am
Mittwoch, 08.06.2022 - 16:29
Feldspitzmaus © creativenature.nl - stock.adobe.com
Das Borna-Virus wird durch Feldspitzmäuse übertragen.

Ein Fall einer Erkrankung nach Infektion mit dem äußerst seltenen, aber lebensbedrohlichen Borna-Virus (BoDV-1 - Borna Disease Virus 1) trat kürzlich im westlichen Landkreis Mühldorf (Bayern) auf. Das berichtet der zuständige Landkreis.

Borna-Fälle hauptsächlich in Bayern

Der Meldung zufolge seien bisher rund 40 Fälle von BoDV-1 Erkrankungen beim Menschen nachgewiesen worden. Aktuell würden in ganz Deutschland jährlich weniger als zehn Fälle gemeldet. Die überwiegende Mehrheit der Fälle tritt in Bayern auf. Gefährdet sind vor allem Personen aus dem ländlichen Raum, die viel draußen sind.

Erstmals 2018 beim Menschen nachgewiesen

Ursprünglich trat das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) als Erreger der Borna’schen Krankheit bei Säugetieren wie Pferden und Schafen auf. Forscher gehen davon aus, dass Schalenwild vermutlich infizierbar sei, und wie der Mensch einen Fehlwirt darstellt.

Erstmalig sei das Virus im Jahr 2018 als Ursache für schwere Gehirnentzündungen (Enzephalitiden) beim Menschen nachgewiesen worden. Laut des Landratsamts kann eine Übertragung von Mensch zu Mensch außerhalb von Transplantationen nach aktuellem Wissensstand ausgeschlossen werden.

Vorsichtsmaßnahmen

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) weist darauf hin, dass eine Übertragung nach dem aktuellen Stand der Forschung durch den Kontakt zur Feldspitzmaus (Crocidura leucodon) und deren Ausscheidungen (Speichel, Kot und Urin) erfolgen kann.

Im Zeitraum von 1999 bis 2019 starben 14 Menschen in Deutschland an einer Gehirn­entzündung durch das Virus. Bei allen bestätigten Fällen handelt es sich um Patienten aus Bayern

Woran erkennt man eine (Feld-)Spitzmaus?

  • Spitzmäuse haben deutlich spitzere Nasen bzw. Gesichter als echte Mäuse. Zudem zeichnen sie sich durch einen stechenden Geruch sowie relativ kleine Augen und Ohren aus. Feldspitzmäuse sind sehr selten. Sie leben auf Brachgebieten, z.B. Straßenböschungen, Steinmauern oder unter Hecken.
  • Spitzmäuse sind scheu und nachtaktiv, Begegnungen zwischen Feldspitzmaus und Mensch sind eher selten. Mit der Feldspitzmaus eng verwandt sind Garten- und Hausspitzmaus.
  • Die Feldspitzmaus kann anhand ihrer zweifarbigen Färbung mit deutlicher Grenze zwischen Ober- (grau/braun) und Unterseite (weiß) von der Garten- und der Hausspitzmaus (fließender Übergang) unterschieden werden. Es ist bisher unbekannt, ob auch die Garten- oder die Hausspitzmaus BoDV-1 übertragen kann.

Mit Material von Landratsamt Mühldorf am Inn

Kommentieren Sie