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Borna-Virus: Eine Gefahr für Jäger?

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Kathrin Führes
am
Mittwoch, 26.02.2020 - 07:22
Labor-Untersuchung © ryanking999 - stock.adobe.com
In Bayern soll eine zentrale Forschungsstelle eingerichtet werden.

Nachdem in Deutschland mehrere Fälle des Borna disease Virus bekannt geworden sind, will Bayern zum Sommer dieses Jahres eine zentrale Stelle zu Erforschung der Viren einrichten. Im Zeitraum von 1999-2019 starben 14 Menschen an einer Gehirnentzündung, die durch das Virus verursacht wurde. Bei allen bestätigten Fällen handelt es sich um Patienten aus Bayern, wie Prof. Dr. Martin Beer gegenüber "zoonosen.net" angibt. Dass Borna-Viren auf Menschen übertragbar sind, ist erst seit einigen Jahren erforscht. Natürlicher Wirt des Virus ist die Feldspitzmaus, bei der infizierte Tiere selbst keine Krankheitszeichen zeigen und die das Virus über Speichel, Kot und Urin ausscheiden. Als besonders gefährdet werden Personen angesehen, die sich viel draußen aufhalten und im ländlichen Raum leben.

Vermutlich können auch Wildtiere erkranken

Das Krankheitsbild kann auch bei Pferden, Schafen, Rindern, Ziegen, Katzen und Hunden auftreten. Auf Nachfrage der Redaktion beim Friedrich-Löffler-Institut gab ein zuständiger Laborleiter an, dass auch davon ausgegangen werden muss, dass heimische Wildtiere grundsätzlich infizierbar sind und dann auch die typischen neurologischen Krankheitserscheinungen entwickeln können. Schalenwild stellt dabei vermutlich aber, genauso wie der Mensch, einen Fehlwirt dar. Das Virus wird im Fall einer Infektion nicht ausgeschieden und weiterverbreitet.