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Die Bombe ist geplatzt

Bild der Vergangenheit? Laut dem Entwurf sollen Feldhasen nicht mehr pauschal bejagt werden dürfen. Foto: Michael Breuer


Jagd und Hege: Das Gesetz sieht die Aufgaben der Jagd in der Vermeidung von Wildschäden, der Bekämpfung von Tierseuchen und in der Erhaltung der „biologischen Vielfalt mit jagdlichen Mitteln“ auch durch die Eindämmung von Neozoen. Die Hege soll dazu dienen, Wildbestände und deren Lebensräume zu erhalten und zu pflegen ohne Wildschäden zu erzeugen und „Ziele des Naturschutzes“ zu beeinträchtigen.

Jagdbare Wildarten: Alles Wild wird in eine der drei Managementstufen eingeteilt: Nutzungs-, Entwicklungs- oder Schutzmanagement. Wildarten der ersten beiden dürfen bejagt werden. Zweitere unter der Einschränkung, dass sich die Jagdausübung „nicht nachteilig auf den Bestand“ auswirkt. Die Zuteilung erfolgt auf Basis des alle drei Jahre erstellten „Wildtierberichts“, in den Forschungsergebnisse und Beobachtungen der Jäger einfliessen. Beispiele wären für die Nutzungsschale alles Schalenwild, diverses Haarraubwild, Entenarten und die Rabenkrähe. Zu den Entwicklungsarten soll Hase und Fasan gehören. Rebhuhn, Kormoran und Großraubwild fällt unter „Schutzmanagement“.

Befriedung: Die EGMR-Rechtsprechung wird an die bundesrechtliche Regelung nur „angelehnt“. Das heisst eine Befriedung kann auch von juristischen Personen (Vereine, Verbände etc.) beantragt werden.

Pflichten: Jagdausübungsberechtigte müssen sich am Wildmonitoring beteiligen: d.h. zum Ende jeden Jagdjahres der Behörde über ihre Beobachtungen zu Lebensräumen, Beständen, usw. Auskunft erteilen. Für die Teilnahme an Bewegungsjagden und für den Schrotschuss auf Vögel muss ein Schießnachweis erbracht werden. Die Pflicht zur Hege und das Einhalten der Grundsätze der Waidgerechtigkeit bleiben gesetzlich verankert.

Jagdausübung: Totschlagfallen, der Schrotschuss in Vogelgruppen (Ausnahme: eine Verletzung durch Randschrote kann ausgeschlossen werden) und die Baujagd am Naturbau werden verboten. Schalenwild darf bis auf genehmigte Ausnahmen nicht mehr gefüttert, aber ab 1. September gekirrt werden. Für die Monate März und April gilt eine Jagdruhe mit der Ausnahme von Schwarzwild im Feld. Der Abschussplan für Rehwild fällt weg, es ist stattdessen mit der Jadggenossenschaft „eine Zielvereinbarung über den Abschuss zu treffen“. Weibliches Rotwild und deren Kälber soll auch während der Nachtstunden innerhalb von Rotwildgebieten erlegt werden dürfen.

Wildschäden: Wildschäden im Mais müssen nur zu 80 Prozent vom jeweiligen Wildschadenspflichtigen übernommen werden. Streuobstwiesen gelten zukünftig nicht mehr als Sonderkultur, werden also ersatzpflichtig (Ausnahme: Wühlschäden, wenn das Fallobst nicht weggeräumt wurde).

Waffe und Munition: Munition deren „Inhaltsstoffe bei Verzehr eine nachgewiesene (!) gesundheitsschädliche Wirkung“ haben können, wird für die Jagd auf Schalenwild verboten.

Behörden: Die Untere Jagdbehörde kann in Notzeiten ein Wegegebot im Wald anordnen. An jeder unteren Jagdbehörde soll die Stelle eines(r) Wildtierbeauftragten geschaffen werden. Diese Person hat eine bestandene Jagdprüfung vorzuweisen.

Jagdschutz: Der Abschuss von wildernden Katzen bedarf einer Ausnahmegenehmigung der unteren Jagd- bzw. Naturschutzbehörde (in Schutzgebieten). Hunde dürfen nur nach Genehmigung durch die Ortspolizei erlegt werden.
MW


Den gesamten Entwurf im Wortlaut finden Sie hier.