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Bogenjagd auf Schwarzwild: Brandenburg prüft Einsatz

Die im Ausland bereits praktizierte Bogenjagd könnte bald in deutschen Städten Realität werden (Symbolbild).


Der Obersten Jagdbehörde in Brandenburg liegt ein Antrag der Gemeinden Stahnsdorf/ Kleinmachnow vor, die Bogenjagd auf Wildschweine im Stadtgebiet zu erlauben. Dies bestätigte ein Sprecher des Ministeriums. Kleinmachnow war vor wenigen Wochen mit einem viralen Online-Video einer – mehr als 30-köpfigen – Schwarzwildrotte im Stadtgebiet in die Schlagzeilen geraten.

Formal ist eine Ausnahme vom Bogenjagd-Verbot möglich

Das Ministerium habe als Alternativen bislang einen verstärkten Jagddruck in den umliegenden jagdbaren Flächen und die Jagd mit Fallen vorgeschlagen, man prüfe den Antrag aber ergebnisoffen.

„So absurd, wie das zuerst einmal klingt, ist der Antrag nicht“, so Dr. Jens-Uwe Schade vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg gegenüber der Redaktion. Das Bundesjagdgesetz gestatte es den Ländern Ausnahmen von den Verbotsregelungen des Bundesjagdgesetzes zuzulassen (§ 19 Absatz 2). Die heutige Bogentechnik habe große Fortschritte gemacht, seit dem Inkrafttreten des Verbots 1976. Erfahrungswerte zur tierschutzgerechten Tötungswirkung würden momentan abgefragt.

Sollte es zu einem postiven Bescheid kommen, bliebe die Regelung aber dennoch auf Einzelfälle beschränkt. Das Ministerium will sich noch in dieser Woche eine Meinung zur Thematik bilden. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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