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Bleischrot: Jäger in Großbritannien wollen verzichten

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Hannah Reutter
am
Sonntag, 01.03.2020 - 07:30
Schrotmunition-Uhr © Roberto Sorin - stock.adobe.com
Die Uhr ist abgelaufen: Schrotmunition in Großbritannien soll der Vergangenheit angehören.

Ausgerechnet im Flintenland Großbritannien steht die Verwendung von Bleischrot zur Jagd vor ihrem Ende. Mehrere Jagdorganisationen veröffentlichten am Montag die Erklärung, dass sie bis 2025 auf Bleischrot verzichten möchten. Mittlerweile gebe es biologisch abbaubare Schrotbecher für (bleifreien) Stahlschrot. Die ballistische Entwicklung der letzten Jahre habe zudem eine sichere Tötungswirkung auch bei Stahlschrot gewährleistet. Der 5-Jahres-Vorschlag ermögliche einen „reibungslosen Übergang“ in eine neue Ära.

Die Erklärung wurde unterzeichnet von „British Association for Shooting and Conservation“, „British Game Alliance“, „Countryside Alliance“, „Country Land and Business Association“, „Game and Wildlife Conservation Trust“, „National Gamekeepers’ Organisation“, „the Moorland Association“, „Scottish Land & Estates“ und „Scottish Association for Country Sports“. Die Organisationen appellieren an die Jäger sich daran zu beteiligen, auch um den guten Ruf als Verwalter des ländlichen Raums zu erhalten. 

Munitionshersteller protestieren

Hersteller von Schrotmunition betonen in einem gemeinsamen Erklärung, dass sich die Jagdverbände vor ihrer Erklärung nicht mit den Munitionsherstellern in Kontakt gesetzt hätten. Weiterhin gäbe es aktuell "Stahlmangel", dennoch wollen die Hersteller über umweltbewusste Alternativen nachdenken: "Wir werden auch weiterhin die Verwendung von Stahlschrot fördern, wo dies erforderlich ist. Aber in diesem frühen Stadium sprechen wir uns für die Verwendung von Blei mit Faserpfropfen aus, um den Kunststoff zurückzudrängen." Allerdings sei es unter den aktuellen Voraussetzungen unmöglich eine Umstellung innerhalb von fünf Jahren zu vollziehen.