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Bleimunition in Brandenburg: Ministerium erklärt Verbot ab April

Jaeger-mit-Waffe © Lelde Feldmane - stock.adobe.com
Laut Umweltministerium darf ab 1.4.2021 nur noch bleifreie Munition bei der Jagd auf Schalenwild verwendet werden.

In Brandenburg herrscht ab dem 1. April ein Verbot für bleihaltige Büchsenmunition bei der Jagd. Dies gab nun das Umweltministerium (MLUK) bekannt. Anders als der Landesjagdverband Brandenburg mitteilte, soll es sich nicht um ein Bleiminimierungsgebot, sondern tatsächlich um ein Bleiverbot handeln. Die Übergangsfrist, welche 2019 festgelegt wurde, endet am 31.März 2021. „Mit Beginn des neuen Jagdjahres wird ab dem 1. April in freier Wildbahn nur noch bleifrei auf Rehe, Hirsche und Wildschweine gejagt“, so das Umweltministerium. Bleihaltige Munition dürfe nur noch auf Schießstätten verschossen werden.

Jagdbehörden müssen Verstöße prüfen

„Eine (historische) Waffe, für die es keine geeignete bleifreie Munitionsalternative gibt, ist ab dem 1. April 2021 in Brandenburgs Jagdrevieren nicht mehr zur Jagd auf Schalenwild einsatztauglich“, führt das Ministerium weiter aus. Damit widerspricht es der Angabe des Landesjagdverbandes, dass solche Waffen auch mit bleihaltiger Munition weiter zur Jagd eingesetzt werden dürfen. Auf Nachfrage der Redaktion gab eine Sprecherin des MLUK an, dass bei einem Verstoß gegen das Bleiverbot die zuständige Jagdbehörde prüfen müsse, zu welchen Konsequenzen der Verstoß führen kann.

LJV Brandenburg wirft Ministerium falsche Interpretation vor

Der Landesjagdverband Brandenburg gibt an, dass das Ministerium mit seiner Formulierung eines Bleiverbots über sein eigenes Ziel hinausschießen würde. "Noch unter der Federführung des damaligen Minister Jörg Vogelsänger verabschiedet, liest sich der entsprechende Verordnungstext unmissverständlich", so der LJV. "Denn in Paragraf 4, Absatz 11, heißt es dort klar und deutlich, dass ‘Büchsenmunition für die Jagd auf Schalenwild nur geeignet ist, wenn sie eine zuverlässige Tötungswirkung erzielt und eine hinreichende ballistische Präzision gewährleistet. Dabei darf die verwendete Büchsenmunition nun ab sofort nicht mehr Blei als nach dem jeweiligen Stand der Technik unvermeidbar an den Wildkörper abgeben. Die Tötungswirkung muss jedoch jederzeit gewahrt bleiben.’”

"Eine ‘historische Waffe’”, so nach Ansicht von Matthias Schannwell, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Brandenburg, “muss nicht im Schrank bleiben, bloß, weil es keine geeignete bleiminimierte Munitionsalternative gibt.”

Bis zum Aufgang der Jagdzeit auf Rehwild herrscht somit in Brandenburg noch Klärungsbedarf. Denn auch die Oberste Jagdbehörde erklärte, nach Auskunft des Landesjagdverbandes, "in ihrem Begleitschreiben zur DVO am 18. Juli 2019, dass es sich um ein Bleiminimierungsgebot handelt und dem Jagdsausübungsberechtigten eine Eigenverantwortung zukommt."


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