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Bleifreie Munition teilweise giftig

Schrotkugeln aus verschiedenen Materialtypen wurden für die Studie getestet. © A. Göttlein/ TUM
Schrotkugeln aus verschiedenen Materialtypen wurden für die Studie getestet. © A. Göttlein/ TUM

Schrotkugeln aus verschiedenen Materialtypen wurden für die Studie getestet.

Die Technische Universität München (TUM) beschäftigt sich mit dem Thema bleifreie Schrotmunition. In einer Pressemitteilung gab die Universität bekannt, dass einige der bleifreien Alternativen sogar schädlicher für die Umwelt sind, als Bleischrot. Im Rahmen einer Studie wurden Schrotkugeln aus verschiedenen Materialien unter Wasser getestet. Dabei stellte sich heraus, dass die Abgabe von Metallionen in die Flüssigkeit sehr unterschiedlich ausfällt. „Während Schrote aus Wolfram, Wismut und ein beschichteter Bleischrot fast keine Metallionen in die Wasserlösung abgaben, wurden für Schrote aus Kupfer und Zink bedenklich hohe Konzentrationen gemessen“, so die TUM weiter.

Wirkung auf Wasserflöhe

In einem weiteren Test wurde die Wirkung der Rückstände auf Wasserflöhe getestet. Während bereits geringe Mengen Kupfer und Zink die Flöhe fast oder vollständig lahm legten, wurden sie von Eisen, Wismut und Wolfram nicht beeinflusst. „Auch Bleischrote führten zu keiner signifikanten Beeinträchtigung der Mobilität der Wasserflöhe im Vergleich mit einer Kontrollgruppe.“ Ein Fazit der Studie lautet: „Wenn aus Umweltschutzgründen ein Verbot von Bleischrot gefordert wird, müssten nach aktuellem Wissensstand unbedingt auch die Metalle Kupfer und Zink für die Schrotherstellung verboten werden.“ Allerdings seien noch weitere Studien nötig, um Entscheidungen zu treffen. PM

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Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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