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Mit bleifrei überdie sieben Berge

Jagd als Schädlingsbekämpfung: Die Beiträge auf der Internetseite des ÖJV sprechen eine klare Sprache. Foto: Screenshot oejv-bayern.de © Screenshot

Dass sich der Ökologische Jagdverband schon längst auf die Seite der Bleigeschoss-Gegner geschlagen hat, dürfte nichts neues sein. So verwundert es auch nicht, dass der ÖJV Bayern auf seiner Internetseite (www.oejv-bayern.de) einen Erfahrungsbericht über bleifreie Munition veröffentlicht. In diesem Vergleichsbeitrag zwischen dem TTSX von Barnes und dem GMX von Hornady preist der Autor, Josef Günster, Letzteres als „sehr leistungsstarkes Geschoss“ an, das nach seinen Erfahrungen „die ausgereifteste“ Laborierung sei, „die derzeit am Markt verfügbar ist“.Die Vorteile dieses Geschosses führt Günster unter anderem mit der „geringen bis keine Wildbretentwertung“ an - bei Schussentfernungen „auf den Mittel- (ab 150 m) und Weitdistanzen (bisher max. 400m)“! Seine Beurteilung des TTSX fällt hingegen eher negativ aus. Allerdings bleibt wohl selbst dem treffsichersten Leser bei dem nun folgenden Satz die Spucke weg: „Der weiteste Schuss in diesem Kaliber (.300 WM) war ein Rotspießer auf ca. 500 m“! „Interessant“ dabei sei, so Günster, „dass bleifrei auch auf weiten Entfernungen wirkt ...“. Der beschossene Spießer soll nach 60 Schritt verendet sein.
„Interessant“ ist vor allem, dass der ÖJV bei seiner „Jagd“ nach dem letzten Stück Wild scheinbar vollends die Belange des Tierschutzes mißachtet! Selbst die erfahrensten Bergjäger (geht man davon aus, dass Herr Günster im Gebirge jagt…) beschränken ihre Schussdistanzen auf maximal (!) 300 Meter. Entfernungen von einem halbem Kilometer sollte man einzig den Scharfschützen im Kriegseinsatz überlassen!Ein „Schmankerl“ zum Schluss: In der selben Rubrik „Aus der Praxis“ der ÖJV-Internetseite findet sich ein Beitrag zum Thema „Einzeljagd bei reduzierten Wildbeständen“. Die Autoren dieses Artikels haben noch einen weiteren „hilfreichen“ Tipp: „Ein Zielfernrohr 3-12x56 ist Minimum. Gerade scheues Wild kommt oft recht spät.“ Ihre Empfehlung: Ein 6-24x56 oder gar x72! Trotz modernster Technik raten die ÖJV-Experten natürlich auch zum regelmäßigen Besuch des Schießstandes. Denn die Messlatte liegt bei den Öko-Jäger hoch: „Ein breit ziehendes Reh müssen wir innerhalb von 3 Sekunden auf 50 m aufs Blatt treffen können und ein Stehendes freihändig auf 100 m.“ Dazu die abgewandelte Version eines Spruchs aus der Umweltbewegung: „Erst wenn der letzte Hirsch, die letze Gams und das letzte Reh erlegt sind, werdet ihr merken, dass man Holz allein nicht essen kann!“
DIT