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Blei reduzieren oder ganz verbieten?

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Sonntag, 09.08.2015 - 02:10
Eine Feldstudie der Berufsjäger ergab, dass die Fluchtstrecken bei der Verwendung von bleifreien Geschossen größer ausfallen. Foto: M. Stifter © M. Stifter
Eine Feldstudie der Berufsjäger ergab, dass die Fluchtstrecken bei der Verwendung von bleifreien Geschossen größer ausfallen. Foto: M. Stifter

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Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein haben sie schon. In Nordrhein-Westfalen kommt die Bleifrei-Pflicht zum 1. April 2016. Anders als geplant wird es aber noch dauern, bis eine vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) angestrebte einheitliche Lösung für alle Bundesländer gefunden wird. Denn die Abstimmung zwischen den BMEL und Bundesumweltministerium (BMUB) läuft nicht nur schleppend, sie scheint kurz vor dem Scheitern zu stehen. Das Problem: Die Ansichten der Politiker aus den Ministerien gehen deutlich auseinander. Während das BMEL wohl die Meinung vertritt, dass eine bleireduzierte Büchsenmunition der gangbare Weg sein soll, strebt das BMUB ein klares Bleiverbot an.
Priorität habe das tierschutzgerechte Erlegen. „Quälerei machen wir nicht mit“, sagte die Bundestagsabgeordnete Rita Stockhofe (CDU) gegenüber der Redaktion. Beispielsweise habe der Feldversuch des Bundesverbands Deutscher Berufsjäger gezeigt, dass die Nachsuchen bei der Verwendung bleifreier Geschosse erheblich angestiegen sind. Weiter müsse die Munition so gekennzeichnet werden, dass die Jäger umfassend über Einsatzbereich und Tötungswirkung informiert werden. Es muss klar werden, was mit welcher Munition erlegt werden kann. Deshalb sei man weiterhin auf die Innovation aus der Industrie angewiesen, so die CDU-Politikerin.
Völlig konträr positioniere sich das BMUB: Dort bestehe man auf Büchsengeschosse ohne Blei. Es sei eine Liste mit „gängigen Kalibern“ vorgelegt worden, die angeblich mit bleifreier Munition eine tierschutzgerechte Tötungswirkung sicherstellt. Dies seien die Kalibergruppen 7 mm, 7,62 mm, 8 mm und 9,3 mm. Stockhofe nannte diese Liste im Gespräch „nicht belastbar“.
Noch vor der Sommerpause wollten die Politiker auf Staatssekretärsebene eine Lösung verhandeln. Da dieser Termin jedoch abgesagt und kein neuer nach der Sommerpause besprochen wurde, befürchtet Stockhofe, dass auf der bisherigen Gesprächsebene keine Einigung mehr zustande komme. Folglich wäre der aktuelle Versuch des BMEL, einen akzeptablen Weg aus der Bleifrei-Kontroverse zu finden, gescheitert. Alternativ bliebe für eine bundeseinheitliche Lösung eine zeitaufwändige Gesetzesinitiative aus dem Bundestag, so Stockhofe abschließend.
Ulrich Pfaff