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Blauzungenkrankheit in Deutschland ausgebrochen

Auch Wildwiederkäuer können sich mit der Blauzungenkrankheit infizieren (Symbolbild). © Pixabay.com/ Hans Braxmeier

Auch Wildwiederkäuer können sich mit der Blauzungenkrankheit infizieren (Symbolbild).


Die Blauzungenkrankheit ist nach neun Jahren zum ersten mal wieder in Deutschland ausgebrochen. Im Landkreis Rastatt (Baden-Württemberg) wurde die Infektion im Rahmen des jährlichen Untersuchungsprogramms festgestellt, wie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bekannt gab. Der betroffene Betrieb wurde unter behördliche Beobachtung gestellt, weitere Maßnahmen in diesem Tierbestand seien aber derzeit nicht nötig. Es wurde eine Zone mit 150 km Radius eingerichtet.

„Im Sperrgebiet und damit im gesamten Land sind sämtliche Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltungen sowie die Haltung von Wildwiederkäuern dem jeweils zuständigen Landratsamt oder Bürgermeisteramt in den Stadtkreisen unter Angabe des Standorts der Tiere mitzuteilen. Hierzu kann ein Meldevordruck verwendet werden, der von den Ämtern zur Verfügung gestellt wird“, erklärte Minister Hauk.

Für Menschen ist die Blauzungenkrankheit laut Landwirtschaftsministerium nicht gefährlich. Seit dem 15.02.2012 war Deutschland offiziell frei von dem Virus, da zuletzt 2009 Fälle der Blauzungenkrankheit aufgetreten waren.

Auch Wildwiederkäuer können erkranken

Das Virus kann auch Wildwiederkäuer befallen. Veterinärexperte Dr. Armin Deutz erklärte gegenüber der Redaktion, für einen Wildtierbestand könne man nie das Prädikat frei von Blauzungenkrankheit vergeben, weil es nicht überprüft werden kann. Die Krankheit verlaufe jedoch bei vielen Wildtieren ohne Symptome. Der Experte geht nicht davon aus, dass das Wild als Krankheitsreservoir eine große Rolle spielt, sonst käme es nicht zu so langen Zeiten, ohne Krankheitsausbruch. Bedingt durch den Klimawandel, verlängert sich allerdings die infektionsgefährliche Zeit, da das Virus durch Stechmücken übertragen wird. Deshalb können Jäger auch die Verbreitung der Blauzungenkrankheit nicht beeinflussen.

Symptome nicht spezifisch

Das FLI erklärte auf Anfrage der Redaktion: „Tatsächlich sind auch Wildwiederkäuer für die Blauzungenkrankheit (BT) empfänglich. Die Symptome der BT sind nicht spezifisch. Anhand des klinischen Bildes kann also keine sichere Diagnose gestellt werden. Grundsätzlich ist es möglich, dass sich in Wildwiederkäuern ein Reservoir für die Blauzungenkrankheit bildet.“ PM/ SBA

Update 11. Januar 2019

Auch in Rheinland Pfalz ist inzwischen die Blauzungenkrankheit ausgebrochen. Im Landkreis  Trier-Saarburg wurde  der Serotyp 8 (BTV-8) nachgewiesen. Das Restriktionsgebiet wurde deshalb auf das ganze Bundesland ausgedehnt. Dies teilte das Landesuntersuchungsamt (LUA) mit.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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