Home News Aus mit Blau?

Aus mit Blau?

Die angebrachten Wildwarn-<br>reflektoren müssen wahrscheinlich wieder demontiert werden. Foto: Bettina Diercks © Bettina Diercks

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hält die Einrichtungen plötzlich für sinnlos. Derzeit betroffen sind die Jägerschaften Stade (Kreis Stade), Bremervörde und Zeven (Kreis Rotenburg), die Gemeinde Großwörden und die Jagdgemeinschaft Heimbruch/Pippensen.
Die dort heimischen Jäger müssen vermutlich alle "Retroreflektoren oder retroreflektierende Folien auf Wildwarnreflektoren" wieder entfernen, teilt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade mit. Dazu gehören die besonders effektiven und seit Jahren genehmigten blauen Halbkreisreflektoren. "Diese Reflektoren funktionieren aus technischer Sicht nicht, da sie das Licht in Richtung Lichtquelle (also des Fahrzeuges) zurückstrahlen", sagt die BASt. "Der Anteil des in Richtung des Wildes reflektierten Lichts ist dabei minimal. Das Verhalten des Wildes wird dadurch nicht beeinflusst, lediglich der Autofahrer selbst würde durch den Wildwarnreflektor gestört und irritiert werden, was nicht Sinn und Zweck eines Wildwarnreflektors sein darf." Untermauert wurde die Stellungnahme laut der Landesbehörde in Stade durch „Beobachtungen eigener Mitarbeiter“ der Straßenmeistereien. Ein Gutachten des lichttechnischen Instituts der Universität Karlsruhe widerlegt jedoch eindeutig diese Annahme: „…eine störende Wirkung durch diese Retroreflektoren kann unter normalen Verkehrsverhältnissen ausgeschlossen werden“, heißt es in dem Untersuchungsergebnis.
Jetzt äußerte sich Konrad Löhnert, Entwickler der Reflektoren, zu den Vorwürfen gegenüber der Redaktion. Er sieht in dem Vorhaben eine reine Hetzkampagne – ausgehend von einem Wettbewerber – gegen sich und seine praxisbewährte Erfindung. Auch die niedersächsischen Jäger verstehen die plötzliche Entscheidung nicht, zumal die Wildunfälle nach Anbringung der Reflektoren nachweislich gesunken sind. Damit sei die Kompetenz der BASt, besonders in Bezug auf das Verhalten von Wild, in Frage zustellen, so Löhnert.

Bettina Diercks/BS