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BJV: Staatsanwaltschaft lässt Geschäftsstelle durchsuchen

Ein Ermittler trägt Kisten mit Unterlagen aus der Geschäftsstelle. © Martin Weber
Ein Ermittler trägt Kisten mit Unterlagen aus der Geschäftsstelle.

In der seit dem 23. August 2019 laufenden Strafsache gegen Prof. Dr. Jürgen Vocke wegen des Verdachts auf Untreue und Unterschlagung gibt es neue Entwicklungen. Am heutigen Vormittag wurde die Geschäftsstelle des Bayerischen Jagdverbands in Feldkirchen von der Kriminalpolizei durchsucht. Dabei soll es laut unseren Informationen nicht um Ermittlungen gegen den Verband, sondern um die Strafanzeige gegen Vocke gehen. Dies wollte die zuständige Staatsanwaltschaft I in München weder bestätigten noch dementieren. Ermittler trugen Kisten mit Unterlagen aus der Geschäftsstelle, auch Präsident Vocke war vor Ort.

Akten wurden in drei Autos fortgebracht

In drei Autos wurden die beschlagnahmten Akten weggebracht. © Martin Weber

In drei Autos wurden die beschlagnahmten Akten weggebracht.

Der von Präsident Vocke autorisierte Pressesprecher, Thomas Schreder, bestätigte gegenüber der Redaktion, dass die Staatsanwaltschaft im BJV erschienen sei und Unterlagen in Bezug auf eine Strafanzeige die gegen den Präsidenten des Verbandes erfolgt ist, einsehen und sicherstellen wollte. Der Pressesprecher gab weiter an, dass es eine Liste gebe, auf der etliche Unterlagen aufgelistet seien. Wie unser Redakteur Martin Weber berichtet, wurden Akten mit drei Autos weggebracht.

Schreder erklärte, dass laut der Staatsanwaltschaft gegen Prof. Dr. Jürgen Vocke und gegen den früheren Schatzmeister, Dr. Schiefer, ermittelt werde. 

Transparenz im Sinne des Verbandes

Zum Zeitpunkt der Durchsuchung war Vocke auch in der Geschäftsstelle. © Martin Weber

Zum Zeitpunkt der Durchsuchung war Vocke auch in der Geschäftsstelle.

Auf Nachfrage der Redaktion, wie der Verband nun weiter machen wolle, gab Pressesprecher Schreder an, dass der BJV sich mit der Akteneinsicht nun auseinandersetzen und schauen müsse, wie es nun weitergeht. Wie der Verband damit weiter umgeht, müssen die Gremien beschließen.

Schreder betonte, dass es im Sinne des Verbandes sei, möglichst schnell größtmögliche Transparenz in allen gefragten Bereichen zu erzielen.

Auf Bitte um Stellungnahme verwies BJV-Präsident Vocke auf den Geschäftsführer Dr. Joachim Reddemann und dieser wiederum auf den Pressesprecher.

Auch Kreisgruppen in Niederbayern wollen Misstrauensvotum stellen

Nachdem bereits der Jagdschutz- und Jägerverein Freising einen Antrag auf Misstrauensvotum und Abwahl von Prof. Dr. Jürgen Vocke sowie des Landesjustiziar Dr. Peter Greeske gestellt hat, haben sich wohl auch die Kreisgruppen in Niederbayern dazu entschieden, den BJV-Präsident zum Rücktritt aufzufordern.

Auf der Jagd, Fisch & Natur in Landshut sollte Prof. Dr. Jürgen Vocke eigentlich am Donnerstag eine Eröffnungsrede halten. Er meldete sich kurzfristig krank. Wie ein Beobachter gegenüber der Redaktion erklärte, hab das Publikum diese Meldung mit Beifall und Bravo-Rufen aufgenommen. Auch sei auffällig gewesen, dass viele Hundeführer wohl vergessen hatten, ihre Trillerpfeifen nach getaner Arbeit abzulegen.

+++ Update +++

Mittlerweile hat sich der Bayerische Jagdverband in einem Schreiben auch direkt an die Mitglieder des Präsidiums sowie an die Vorsitzenden gewandt. In dem Schreiben wird die Strafanzeige und das daraus resultierende Ermittlungsverfahren gegen Prof. Dr. Jürgen Vocke sowie gegen den ehemaligen BJV Schatzmeister, Dr. Wolfgang Schiefer, bestätigt. "Den Beamten wurden natürlich alle gewünschten Informationen und Daten zugänglich gemacht beziehungsweise ausgehändigt."


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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