Home News BJV-Mitglied Ermittlungen im Fall "Tessa" entzogen

BJV-Mitglied Ermittlungen im Fall "Tessa" entzogen

Vergiftet: Die Luchsin Tessa. Foto: PM © PM

Im März 2012 fand man im Randgebiet des Nationalpark Bayerischer Wald eine tote Luchsin. Sie starb - wie sich später herausstellte - aufgrund der Aufnahme eines Insektengiftes, das in einem präparierten Rehkadaver nachgewiesen werden konnte. Mit den Ermittlungen wurde ein Polizeibeamter betraut, der gleichzeitig Jäger ist.
Der Ökologische Jagdverband (ÖJV) kritisierte diese Entscheidung. Ein aktiver Jäger und Funktionär des Bayerischen Jagdverbands (BJV) sei befangen und könne daher nicht mit der Suche nach demTäter (den der Verband in Jägerkreisen vermutet)beauftragt werden. Als Konsequenz trat der besagte Polizist Xavier Schrönghammer, bisher stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Regen-Zwiesel im BJV, von seinem Amt zurück. Ebenso hat er seinen Posten des Hegeringleiters niedergelegt. Als Grund gab Schrönghammer unter anderem an, dass er dem Verband nicht schaden wolle.
Die Ermittlungen wird er trotz dieser Schritte nicht weiter führen, denn die zuständige Staatsanwaltschaft in Deggendorf reagierte auf die Kritik: Man habe um „keinen Zweifel an der Objektivität aufkommen zu lassen“ den Ermittler ausgetauscht, berichtet ein Sprecher gegenüber dem „Bayerwald-Boten“. Dennoch bestünde kein Anlass zur Vermutung, dass Schrönghammer nicht nach bestem Gewissen ermittelt habe.
BS

Kommentar: Der Fluch der bösen Tat ...<br>


Zu welchem Zweck vergiftet jemand einen Luchs? Was wollte mandamit erreichen? Sich selbst hat der Täter/die Täterin damit sicherlich keinen Gefallen getan. Dem Wild und der Jagd ist damit erst recht nicht gedient. Denn als Ergebnis, um nicht zu sagen als "Fluch der bösen Tat", setzen jetzt ideologische Grabenkämpfe ein, an deren Ende es keinen Sieger geben wird, auch wenn der ÖJV sich wohl gerade als Sieger fühlt.
Glauben die Verantwortlichen dieses Vereins wirklich, dass sie mit ihrer kleinkrämerischen, durchsichtigen Kritik an dem Ermittlungsbeamten, die zu dessen Ablösung geführt hat,der Aufklärung des Falls näher gekommen sind?Darum ging es ihnen aber wahrscheinlich gar nicht, sondern darum, den "Mehrheitsjägern" beim BJV eins auszuwischen und sie pauschal als Luchsfeinde zu verunglimpfen.
Für den ÖJV und die ihm gewogenen Medien spielt es dabei keine Rolle, dass es der BJVgemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden gewesen ist, der bereits in den 1990er Jahren einen Entschädigungsfonds für Luchsrisse eingerichtet hat. Und, dass BJV-Mitglieder seit damals in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und Projekten für den Luchs in der Region tätig sind. Auch wird verschwiegen, dass der BJV über seine Wildlandstiftung mit in der Trägerschaft des Luchsprojektes engagiert ist.
Für den Luchs wird dadurch auch nichts erreicht, aber die Argumentation muss man sich merken: Nach dieser Logik darf auch kein Polizeibeamter, der beim ADAC ist, in einem Verkehrsdelikt ermitteln. Und ein Forstbeamter, der beim ÖJV ist, darf an keinem Forstlichen Gutachten mehr mitwirken: "Denn, der ist doch befangen, oder? ... man weiß ja eh, dass die gegen Rehe sind..." so, oder so ähnlich, könnten dieEinwände dagegenlauten.
Josef-Markus Bloch