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BJV: Maurer zieht Kandidatur zurück und berichtet von Drohungen

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Samstag, 21.11.2020 - 10:13
Mechtild Maurer hat ihre Kandidatur zurückgezogen. Sie prangert die Umstände im Verband offen an. © MW
Mechtild Maurer hat ihre Kandidatur zurückgezogen. Sie prangert die Umstände im Verband offen an.

In wenigen Tagen soll die Wahl für das neue Präsidium beim Bayerischen Jagdverband per Briefwahl durchgeführt werden. Nun gibt es neue Entwicklungen: Mechtild Maurer wird bei der kommenden Wahl doch nicht mehr für das Amt als Landesschatzmeisterin antreten. In einem Statement findet Maurer scharfe Worte für die aktuelle Situation im Verband.

So prangert sie in ihrem Statement den Umgang miteinander im heutigen Präsidium an. Er habe einen Tiefpunkt erreicht, ein friedliches und konstruktives Arbeiten "zum Wohle des Verbandes und nicht in der Verfolgung von Einzelinteressen wird auch für das neue Gremium eine sehr große Herausforderung." Auch sie hätte sich in den letzten 1 1/2 Jahren einiges gefallen lassen müssen.

Als Beispiel führt sie einige der Drohungen gegen ihre Person auf. So sei unter anderem gesagt worden:

"Frau Maurer, mir kann nichts passieren, ich habe keine Kinder, ich weiß nicht wie das bei Ihnen ist"

"Schlachte sie, lieber Jürgen, dann hast Du am schnellsten wieder Ruhe in Deinem geliebten Verband."

"Ich werde Methoden finden, sie zu vernichten"

Maurer zeigt sich fassungslos

Maurer hätte in der vergangenen Zeit Personen kennengelernt, die "ihre eigene Wahrheit leben, Fakten verhindern wollen und eine Neuausrichtung im Umgang mit den Geldern des Verbandes bremsen." Dies würde sie noch immer fassungslos machen. 

Zu den Gründen für ihren Entschluss führt Maurer weiter an: "Aus Verantwortung den Mitgliedern gegenüber, denen ich in Veitshöchheim ein Versprechen gegeben habe. Ich habe es nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt. Dabei waren Gesetze, Benehmen, Werte und vor allem Beschlüsse die Grundlage meines Handelns. Aus Verantwortung dem Verband gegenüber, dazu beizutragen, ihn zukunftsfähig zu entwickeln. Externe und interne Regelwerke, soweit vorhanden, waren mein Leitfaden." 

Aktuelle Betriebsprüfung könnte Verlust der Gemeinnützigkeit bedeuten

Durch den Beginn der Betriebsprüfung durch das Finanzamt München sei eine weitere Aufarbeitung und Klärung der steuerlichen Situation nicht mehr aufzuhalten, so die scheidende Schatzmeisterin.

Das Finanzamt München hat für die Jahre 2014 bis 2016 eine Betriebsprüfung (Außenprüfung) angeordnet. Es werde nun untersucht, ob aus steuerlicher Sicht eine Mittelfehlverwendung beanstandet wird. Dies könnte die Entziehung der Gemeinnützigkeit für eines oder mehrere Jahre bedeutet, wodurch der BJV mit Steuernachzahlungen zu rechnen hätte. Mechtild Maurer hatte nach einer Anfrage mehrerer Kreisgruppenvorsitzender dazu gesagt: "Nach meiner persönlichen Einschätzung können Steuernachzahlungen in dieser Höhe vom Verband in der aktuellen Kostensituation nur schwer aus eigener Kraft gestemmt werden"

Auch das Ergebnis des eingesetzten Wirtschaftsprüfers würde Mängel in der Bilanzierung sowie in der Darstellung "der möglichen Überzahlungen an den Präsidenten zeigen." Die internen Kassenprüfer hätten in umfangreichen, mehrseitigen Berichterstattungen seit Jahren "auf die Gefahr des Verlustes der Gemeinnützigkeit" hingewiesen. "Warum die Berichterstattung der Kassenprüfer an das gesamte Präsidium unterblieb und nicht eingefordert wurde, müssen die langjährigen Präsidiumsmitglieder, die heute die aktuellen Ergebnisse mit Macht bekämpfen, gefragt werden", so Maurer in ihrem Antwortschreiben.

Briefwahl soll bis zum 10. Dezember abgeschlossen sein

Ursprünglich hatte sie sich gemeinsam mit Thomas Schreder als Team beworben (lesen Sie hier das Interview mit Schreder und Maurer). Als Kandidatin für das Amt des Landesschatzmeisters wird nun nur noch Julia Wiese auf der Seite des bayerischen Jagdverbandes aufgeführt. Wiese ist eine Kandidatin des "Team Zukunft".

Wie eine Sprecherin des Bayerischen Jagdverbands gegenüber der Redaktion mitteilte, sei die Kandidatenliste seit dem 16. November geschlossen. Am 23. November würde man nun die Briefwahlunterlagen an die Kreisgruppen aussenden. Am 4. Dezember soll es eine virtuelle „Landesversammlung“ zur Aussprache der Delegierten geben, bei der sich die Kandidaten jedoch nicht mehr vorstellen werden. Bis zum 10. Dezember haben die Kreisgruppen dann Zeit, ihre Wahlscheine dem Landeswahlleiter zukommen zu lassen. Am Tag danach sei mit einem Ergebnis zu rechnen.


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