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BJV-Jahresempfang 2011

Ehrengast und Gastgeber (v.l.): Klaus Töpfer und Jürgen Vocke. Foto: JMB © JMB
Die Festredner (v.l.): Jürgen Vocke, Filip Vujanovic, Wolfgang von Bayern, Klaus Töpfer, Gerhard Eck. Foto: JMB © JMB

Die Festredner (v.l.): Jürgen Vocke, Filip Vujanovic, Wolfgang von Bayern, Klaus Töpfer, Gerhard Eck. Foto: JMB

Die Veranstaltung hat mittlerweile Tradition als Treffpunkt der Jägerschaft mit Politik, Verbänden und Vertretern von gesellschaftlichen Organisationen. Über 1000 Gäste waren der Einladung des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) mit Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke an der Spitze gefolgt. Mit Peter Fraas vom Bayerischen Rundfunk führte ein professioneller Moderator durchs Programm.
Als internationaler Schirmherr und Hauptredener des festlichen Abends fungierte Bundesumweltminister a.D. Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer. Die über weite Strecken sehr persönlich gehaltene Rede des derzeitigen stellvertretenden Vorsitzender im Rat für Nachhaltigkeit und Direktors des „Nachhaltigkeitsinstituts“ in Potsdam hätte ein aufmerksameres Publikum verdient gehabt. Sein zentraler Gedanke: Nachhaltigkeit hat ein Gesicht in Form der eigenen Kinder und Enkelkinder. Und weiter: Zukunftssicherung ist eine globale Aufgabe, die auch nur global zu lösen sei. Seine Überzeugung: Mauern und Abschottung bringen nichts.
Gleichzeitig, so Töpfer, wächst die Bedeutung des Regionalen. Bayern sei hierfür ja ein schönes Beispiel wie eine weltoffene Haltung mit dem Stolz auf eigene Traditionen, Trachten und die eigene Art zu reden vereinbart werden kann. Auf den Punkt gebracht lautet seine Formel: "Eine regionale Identität sichert die Stabilität". Diese widerum sei notwendig, um nachhaltige Entwicklung und damit den Frieden gewährleisten zu können.
Ans Eingemachte ging es, als mit Innenstaatssekretär Gerhard Eck ein Vertreter der Staatsregierung das Wort hatte. Den Jägern im Freistaat stößt es derzeit nämlich sauer auf, dass das erfolgreiche Blühflächen-Programm in der laufenden Förderung beschnitten und im aktuellen Antragsjahr ganz ausgesetzt wurde.
Der für den erkrankten Landwirtschaftsminister eingesprungene Politiker gab offen zu: "Der Erfolg hat uns überrollt". Gerechnet habe man mit rund 5.000 Hektar Antragsfläche, derzeit liege man bei stolzen 19.000 Hektarn. Die dafür notwendigen Fördermittel in Höhe von 20 Millionen Euro entspechen in etwa der Hälfte des Gesamtetats zur Förderung der ökologischen Landwirtschaft. Eck versprach jedoch, die Zeit zu nutzen, um bis zum Ablauf der jetzigen Förderperiode das Programm zu überarbeiten.
Damit gab sich BJV-Präsident Vocke nur zum Teil zufrieden, seine Mahnung: "Ein Wirtschaftsunternehmen nimmt auch nicht sein erfolgreichstes Produkt aus dem Programm".
Das Ehrenpatronat der Veranstaltung hatte Wolfgang Prinz von Bayern inne. In seinem Grußwort plädierte er für einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen der Menschen und dem Erhalt der Natur. Die bayerische Jägerschaft, so der Wittelsbacher, engagieren sich bereits sehr dafür. Als "Überraschungsgast" hatte zuvor der Präsident der Republik Montenegro, Filip Vujanovic, eine Grußbotschaft gesprochen. Obwohl als Privatmann anwesend, warb er darin doch für sein Land und die dortigen Jagdmöglichkeiten. JMB