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Bissiger Wolf vermutlich angeködert

In Polen sollen Wölfe für Foto-Safaris angeködert worden sein. © Pixabay.com/ Hans Braxmeier

In Polen sollen Wölfe für Foto-Safaris angeködert worden sein.


Der junge Wolf, der in Polen zwei Kinder angefallen hat, ist sehr wahrscheinlich für Foto-Touristen angefüttert worden. Das vermutet die polnische Wolfsforscherin Dr. Sabina Nowak gegenüber der „Südwest Presse Online“. Das Tier habe sich vor den Zwischenfällen und seiner Erlegung wochenlang in der Gegend bewegt. Es zeigte keine Scheu vor dem Menschen. Die Wissenschaftlerin Nowak beklagt, dass die polnischen Wölfe für Geschäftsinteressen ausgenutzt würden. Durch den Kontakt mit Menschen und die Gewöhnung an regelmäßige Fütterungen trauten sie sich zudem immer näher an menschliche Siedlungen heran.

Reise-Anbieter bestreitet Wölfe anzufüttern

Der in Düsseldorf ansässige Foto-Reise-Anbieter „Naturblick“ der in der Nähe Fütterungsplatze unterhält, wirbt damit, dass an seinen Luderplätzen in den Waldkarpaten das „ganze Jahr“ und „jeden Tag Wildfleisch“ ausgelegt werde. So seien Wölfe, Bären und Greifvögel „regelmässige Gäste“. Auf direkte Nachfrage der „Südwest Presse Online“ bestreitet der Besitzer der Agentur jedoch Wölfe gezielt anzulocken. Die Firma sei vor allem auf Greifvögel spezialisiert. Auf der Internetseite wird die „Waldkarpatenreise“ dagegen explizit mit Wolfsfotos beworben. Das Wildnisgebiet in Südost-Polen ist nur schwach besiedelt und weist eine starke Wolfspopulation auf. In den Waldkarpaten die sich auch in die Slowakei und die Ukraine erstrecken leben etwa 700 Wölfe.


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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