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Bisonherde ausgewildert

"Leittier": Vertraut folgten die 100 Bisons dem Schneemobil... Foto: Screenshot vimeo © Screenshot

Schauplatz der spektakulären Aktion war Alaska (USA). Per Luftfracht wurden 100 Tiere von Portage (rund 50 Meilen südöstlich von Anchorage) ins 340 Meilen entfernte Shageluk transportiert. Zur Erholung und Eingewöhnung hatte man dort für die Waldbisons ein Zwischenquartier errichtet. „Die Tiere haben sich innerhalb einer Woche sehr schnell vom Stress beruhigt und sich auch an Südwest-Alaska gewöhnt“, sagte David James, Regionalbeauftragter des Alaska Wildlife Conservation Center (AWCC). Am Freitag, den 3. April, geleitete dann der Biologe Tom Seaton mit einem Schneemobil die Bisons in die Freiheit. Rund eine Meile folgten sie Seaton über den zugefrorenen Innoko Fluss in ihren neuen Lebensraum im Innoko-Yukon-Gebiet (ein Video zur Freilassung sehen Sie hier). Ursprünglich waren die Wildrinder seit tausenden von Jahren in Alaska und Kanada beheimatet. Seit dem frühen 19. Jahrhundert galten die Tiere aber als ausgestorben. 1957 züchtete man aus einem kleinen Restbestand wieder 5.000 Waldbisons die mittlerweile in sieben wilden Herden leben. Betreut und beaufsichtigt wird das Projekt seit 2003 vom AWCC. Nun hoffen die Verantwortlichen auf eine erfolgreiche Reproduktion in der Innoko-Region. „Etwa die Hälfte der Kühe ist trächtig“, so Seaton. In den nächsten zwei Jahren wollen die Wissenschaftler mehr über die Streifgebiete und die Auswirkungen auf den Lebensraum erfahren. Dazu wurden alle Tiere besendert.
Laut AWCC findet das Wideransiedlungsprojekt des Waldbisons eine breite öffentliche Unterstützung. Zudem sei der gewählte Lebensraum geradezu ideal. In Deutschland dachte dies sicherlich auch der Trägerverein Wisent-Welt-Wittgenstein. Nach den ersten „Schäden“ durch Wisente, den europäischen Vettern der Bisons, gerät das heimische Artenschutzprojekt aber bislang immer wieder ins wanken...
MH