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Bisher kein Gatter-Abschuss wegen Tbc-Gefahr

Rotwild im oberen Lechtal. Foto: Hubert Knittel © Hubert Knittel

Hintergrund dafür: Im Bezirk Reutte waren die Rotwildbestände jahrelang deutlich überhöht. Seit 2008 traten dort immer wieder Fälle von Rinder-Tuberkulose (Tbc) auf. Eine Ende 2008 durch das Land Tirol veranlasste Untersuchung hatte ergeben, dass von 470 Stücken Rotwild 52 mit Tbc infiziert waren. Landwirte hatten Sorge um das Almvieh, für das Ansteckungsgefahr besteht. Die dortige Jägerschaft erhielt bereits in jenem Jahr den Auftrag, den zu dieser Zeit geschätzten Bestand von 6000 bis 6500 Stücken Rotwild um wenigstens ein Drittel auf bis zu 4000 Stück zu senken. Das war aber bis zum vergangenen Jahr nicht gelungen. Eine Rotwildzählung in von Tbc-Befall hauptsächlich betroffenen Gebieten um Steeg ließ auf etwa 5000 Hektar auf deutlich über 600 Stück Rotwild schließen. Wenn sich der erwünschte Erfolg einer Rotwildreduktion mit herkömmlichen Jagdmethoden nicht bis zum Ende des aktuellen Jagdjahres eingestellt hatte, sollten veterinärrechtliche Schritte (Reduktion im Gatter) erfolgen (siehe Link-Hinweis unten).
Die Redaktion wollte daher vom Tiroler Landesveterinärdirektor Dr. Josef Kössler wissen, ob denn zwischenzeitlich eine Reduktion des Rotwildbestands erfolgt ist. Dazu seine Stellungnahme im Wortlaut:
"Das im Sommer 2011 im Kerngebiet der Bekämpfungszone errichtete Gatter im Ausmaß von zirka 25 Hektar ist zum momentanen Zeitpunkt aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse (Schneehöhe bis 2,5 Meter) noch nicht vollständig in Betrieb. Derzeit wird noch das Verhalten des Wildes im Gatter, insbesondere mit Videoüberwachung, beobachtet. Weiter ist festzustellen, dass die lokale Jägerschaft mit jagdlichen Methoden so gut gearbeitet hat, dass zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht klar ist, ob tatsächlich ein Abschuss im Gatter erforderlich sein wird. Falls notwendig, wird dies durch ausgebildete externe Fachleute durchgeführt, die über entsprechende praktische Erfahrung in der Entnahme von Wild aus Fleischproduktionsgattern verfügen. Damit dies tierschutzgerecht und möglichst ohne Störung der Bevölkerung durchgeführt werden kann, werden die externen Fachleute mit geeigneten Waffen einschließlich Schalldämpfer und Nachtsichtgerät ausgerüstet sein."
Soweit der Landesveterinärdirektor. DW