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Birkwild weiter unter Druck

Birkhenne auf Nahrungssuche: Wo ist der Nachwuchs? Foto: Wildlandstiftung Bayern © Wildlandstiftung Bayern

Anfang Oktober fand die diesjährige Herbstzählung der Birkhühner und aller anderen Vogelarten der Langen Rhön statt. Rund 50 Freiwilligen Jäger, Vogelkundler und sonstige Naturliebhaber hatten sich dazu eingefunden. Die Revierinhaber des dortigen Birkwildhegerings hatten dafür ihre Hochsitze zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis der Aktion wurde jetzt von der Wildlandstiftung Bayern in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.
Demnach konnte lediglich an drei Plätzen Birkwild in Form von insgesamt fünf Hähnen und einer Henne beobachtet werden. Mitten im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen geht es im Landkreis Rhön-Grabfeld also weiterhin um den Erhalt und Schutz der letzten außeralpinen Birkwild-Population in Süddeutschland. Da die Bestände seit Jahren rückläufig sind wurde die Population bereits Anfang Mai durch die Wildland-Stiftung Bayern mit Unterstützung des Mineral-Brunnen-Unternehmens "RhönSprudel" um 15 Birkhähne aus Schweden aufgestockt. Auch in den Jahren 2010 und 2011 war bereits Birkwild aus dem skandinavischen Land in der Langen Rhön ausgewildert worden.
Was sagt nun das Ergebnis der Herbstzählung für die Birkwildpopulation in der dortigen Region aus? "Die Vorbeobachtungen lassen auf einen etwas größeren Birkwildbestand schließen, allerdings fehlen für ein erfolgreiches Brutgeschäft bisher entsprechende Nachweise" fasst Gebietsbetreuer Torsten Kirchner von der Wildland-Stiftung Bayern die Situation um den Stand der dortigen Leitvogelart zusammen. Die Witterung sei in der Brutzeit der entscheidende Faktor gewesen, der nicht zur Entspannung der Lage um das stark bedrohte Birkhuhn beigetragen habe. Der wichtigste Monat Juni war von kühlen Temperaturen und vor allem durch hohe Niederschlagsmengen geprägt. Die wärmebedürftigen und von Insekten abhängigen Küken des Birkwildes sterben unter derart ungünstigen Bedingungen oft bereits nach wenigen Tagen.
Mit 43 Begleitvogelarten, davon 8 Rote-Liste-Arten vermeldete auch die Ornthologische Arbeitsgemeinschaft Unterfranken ein deutlich schlechteres Ergebnis als üblich. Allerdings war über das gesamte Gebiet eine hohe Zugaktivität, vor allem von Finkenvögeln, zu beobachten. Mit rund 12 Grad Celsius waren die Temperaturen am Zähltag zwar recht mild, starker Wind beeinträchtigte jedoch die drei Stunden dauernde Aktion zur Erfassung der Vögel.
PM/JMB