Home News Biomasse: Wildpflanzen als Alternative zu Mais?

Biomasse: Wildpflanzen als Alternative zu Mais?

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Sonntag, 24.05.2020 - 07:00
Mais-vertrocknet-Acker © Kathrin Führes
Die Trockenheit der vergangenen Sommer hat dem Mais zugesetzt.

Noch immer wird meist auf Energiemais zur Produktion von Biomasse gesetzt. Doch könnten Wildpflanzenkulturen – nicht nur auf den Lebensraum unserer Wildtiere bezogen – eine echte Alternative darstellen? Wie der „Lebensraum Brache“ berichtet, würden Wildpflanzenkulturen der Trockenheit trotzen und das sogar häufig besser als Mais. Wie Christian Kemnade, Leiter des Kooperationsprojektes "Bunte Biomasse" bei der Deutschen Wildtier Stiftung angibt, haben dies bundesweiten Erfahrungen gezeigt.

Landwirte, die Mais sowie mehrjährige Wildpflanzen angebaut haben, konnten in den vergangenen Dürresommern mehr Frischmasse von den Wildpflanzenflächen ernten als vom benachbarten Maisfeld. Der größte Vorteil der Wildpflanzenmischungen liegt, laut "Lebensraum Brache", in der Mehrjährigkeit. Die Wildpflanzen werden im Sommer eingesät und haben im April oder Mai, dann wenn der Mais gesät wird, bereits eine üppige Vegetation gebildet. Das tiefe und sehr dichte Wurzelwerk der Wildpflanzen hilft bei der optimalen Nutzung des Wassers im Boden.

Landwirte erhalten Ausgleichszahlung

Auch wenn die Biomassenerträge zum Teil höher sind als beim Mais, bleibt, laut „Lebensraum Brache“, unter Normalbedingungen der Methanertrag je Hektar hinter dem Mais zurück. „In unserem Kooperationsprojekt Bunte Biomasse erhalten die teilnehmenden Landwirte daher eine Ausgleichszahlung von 250 Euro pro Hektar und Jahr“, so der Leiter des Projektes. „Die Nachfrage ist sehr groß und die positiven ökologischen Effekte sind überzeugend.“ Bunte Biomasse ist ein Kooperationsprojekt der Veolia Stiftung, des Deutschen Jagdverbandes e.V. und der Deutschen Wildtierstifung. PM