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Bielefelder Muffel vor dem Abschuss: Jäger und Stadt wehren sich

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Freitag, 15.11.2019 - 09:28
Muffel-Einwachser © Erich Marek
Um die Muffel im Bielefelder Wald gibt es seit Jahren Streit: Nun hat ein Gericht entschieden, dass die Herde abgeschossen werden soll.

Bereits seit Jahren herrscht Unmut über die Muffel im Teutoburger Wald bei Bielefeld (Nordrhein-Westfalen). Am 8. November hat das Oberverwaltungsgericht in Münster entschieden, dass die Stadt Bielefeld in der Vergangenheit dazu verpflichtet war, über den Antrag auf Abschuss der Muffelherde zu entscheiden. Seit den 1960-er Jahren lebt eine kleine Population Muffelschafe auf einem etwa 550 Hektar großen Gebiet im Teutoburger Wald.

Bereits seit acht Jahren klagt die Johannes Klasing‘sche Familienstiftung, welche 220 Hektar dieses Gebietes betreut, wegen den Schäden, die die Schafe anrichten. Ein Gutachter nimmt einen durch die Muffel verursachten Schaden von 5000 Euro jährlich an. Das sei nicht zumutbar findet die Stiftung, weshalb sie den Totalabschuss fordert.

Jäger wollen sich nicht an Abschuss beteiligen

Der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld betont in einer Pressemitteilung: „Ich möchte den Abschuss der Mufflons nicht freigeben und werde alle Möglichkeiten ergreifen, das zu vermeiden.“ Seit Jahren wird deshalb die Population von den Jägern auf konstant 12 Tieren gehalten. Die zuständige Hegegemeinschaft Muffelwild Bielefeld, welche 1994 gegründet wurde und sich für den Erhalt der Muffel einsetzt, schreibt in einer Pressemitteilung, dass das Gutachten vor dem Oberverwaltungsgericht fragwürdig sei und dass der Totalabschuss des Muffelwildes keine Alternative ist.

Weiterhin fordert die Hegegemeinschaft die Stiftung dazu auf, das Ziel des Totalabschusses der Öffentlichkeit zu erklären. Die Johannes Klasing‘sche Familienstiftung ist aus der Hegegemeinschaft ausgetreten. Die Jäger der Hegegemeinschaft betonen, dass sie sich in keinem Fall an dem Totalabschuss des Rudels beteiligen werden. Eine Petition, die den Abschuss verhindern soll, wurde mittlerweile von über 60.000 Personen unterschrieben.