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Bielefelder Jäger bald ohne Muffelwild?

Muffelwild. Manchem Waldbesitzer ein Dorn im Auge. Foto: Erich Marek © Marek Erich

Seit bereits fast 50 Jahre zieht ein kleines Muffelwild-Vorkommen durch den Teutoburger Wald seine Fährte. Doch jetzt soll die im Bereich der ostwestfälischen Stadt Bielefeld noch existierende Population endgültig eliminiert werden.
In ihrem Einstandsgebiet leben die Wildschafe auf einer rund 550 Hektar großen Fläche. In den 70er Jahren umfasste das Rudel bis zu 30 Tiere, seit 1994 ist die Obergrenze auf 15 Stücke im Frühjahr festgeschrieben. Verteilt ist die Fläche auf sechs Reviere.
Als Gründe für den geplanten Totalabschuss werden vor allem Verbissschäden genannt. Der Wald verliere nach Ansicht der Klasingschen Familienstiftung, der ein Teil der Waldfläche gehört, in dem von den Mufflons beanspruchten Lebensraum an Wert. Für die Stiftung ist diese Wildart deshalb schon lange ein Dorn im Auge und somit hat sie einen entsprechenden Antrag auf Totalabschuss beim nordrhein-westfälischen Umweltministerium gestellt.
Doch die Bielefelder Jäger sind gegen den geplanten Abschuss und setzen sich für den Erhalt des Vorkommens ein. Gegen die angekündigte Verordnung des Ministeriums wollen sie im Zweifelfall juristisch vorgehen. Denn der kleine Muffelwild-Bestand war 1989 bei der offiziellen Ausweisung der Bewirtschaftungsgebiete für Rot-, Dam- und Muffelwild erfasst und damit im offiziellen Jagdkataster des Landes Nordrhein-Westfalen ausgewiesen worden.
Wird der damalige Beschluss vom Ministerium aufgehoben, bedeutet es das definitive "Aus" für den Bestand. Wie Jürgen Kley von der unteren Jagdbehörde der Stadt Bielefeld angab, sei das Muffelwild vor fast 50 Jahren gezielt ausgewildert worden. Kley: " Es stimmt schon ein wenig traurig, dieser Wildart jetzt den Todesstoß zu versetzen." Joachim Schwittay