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Biberjäger verurteilt

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Samstag, 19.05.2012 - 02:28
Die sichergestellten Biberpräparate. Foto: Landkreis Rosenheim © Landkreis Rosenheim
Die sichergestellten Biberpräparate. Foto: Landkreis Rosenheim

Der Mann hatte offenbar über Jahre illegal neun Biber sowie einen Gleitaar erlegt und die Trophäen über das Internetportal ebay zum Verkauf angeboten. Durch diese Angebote waren ihm die Behörden vor etwa zwei Jahren auf die Schliche gekommen. Bei einer Hausdurchsuchung wurden dann rund 200 Tierpräparate gefunden, darunter viele dem Besitzverbot unterstellte. Mit dabei waren neben dem Gleitaar, einer unter anderem in Südeuropa und Nordafrika beheimateten Falkenart, auch 16 Biberpräparate - teils als abgekochte und auf ein Brettchen montierte Schädel oder Vollpräparate des Nagers.
Durch die Auswertung seines Notebooks konnten dem Angeklagten zahlreiche weitere illegale Tiertötungen nachgewiesen werden, die er in verschiedenen Abschusslisten akribisch dokumentiert hatte. Während der Ermittlungen waren mehr als 600 Vermarktungsvorgänge bei ebay überprüft worden, unter denen sich eine Vielzahl unrechtmäßiger Angebote fand. Wegen der insgesamt acht Anklagepunkte beschränkte sich das Gericht nur auf die schwerwiegendsten Artenschutzvergehen und verurteilte den Mann schließlich wegen "gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Tötens und des gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Vermarktens von Tieren streng geschützter Arten" (AZ 540 Js 11345/10). Durch die Strafe gilt der Verurteilte als waffenrechtlich unzuverlässig und ist seinen Jagdschein los.
FM