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Biber zerstückelt

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Samstag, 04.07.2015 - 02:10
Das Mähwerk hat die Kelle des Bibers abgetrennt. Foto: H. Pflaum © H. Pflaum
Das Mähwerk hat die Kelle des Bibers abgetrennt. Foto: H. Pflaum

Im Kreis Ebrach muss ein Biber einer Mähmaschine zum Opfer gefallen sein. Zwei Tage nach der Mahd entdeckte Jagdpächter Harald Pflaum den toten Nager. Gemeldet habe man ihm den Vorfall nicht. "Die Kelle des Bibers lag einige Meter entfernt vom Rumpf", so der Jäger.
Auch in seiner Region breite sich die Art immer mehr aus. Neben überschwemmten Wiesen und angenagte Bäumen, komme es hin und wieder auch vor, dass Schlepper einbrechen. Der Unmut der Betroffenen nehme immer mehr zu. Den Fund des Kadavers meldete der Pächter bei der Unteren Jagdbehörde.
Im Gespräch mit jagderleben kritisiert Pflaum vor allem die modernen Bewirtschaftungstechniken. Mit den heutigen großen Mähbreiten von über sechs Metern und dem hohen Arbeitstempo werden viele Wildtiere überrascht und verenden qualvoll. Hinzu komme die intensivere Nutzung von Grünland. "Für uns Jäger verkommt eine Wiese immer mehr zu totem Land. Ökologisch gesehen ist sie wie eine betonierter Straße", ärgert er sich. Durch den Tod des streng geschützten Bibers hofft Pflaum, dass der Fokus auch auf andere Tier- und Wildarten gelenkt wird, die durch die Messer der Mäher bedroht sind.
Harald Pflaum/MH