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Biber-Plage am südlichen Ende der Welt

Der wirtschaftliche Erfolg blieb aus: Die Pelze von argentinischen Bibern sind minderwertig (Symbolbild). Foto: Jens Kuhr


Vor gut 70 Jahren hatte die Regierung 25 Biber-Paare aus Kanada in die unterentwickelte Südprovinz gebracht. Mit den Nagern sollten nicht nur die örtlichen Jäger und Trapper eine weitere jagdliche Art bekommen sondern vor allem die Wirtschaft durch den Verkauf von Pelzen angekurbelt werden. Was damals bei der Auswilderung jedoch nicht bedacht wurde: Auf Feuerland haben die Tiere, anders als in Kanada, keine natürlichen Feinde. So kam es, dass die Biberpopulation massiv anstieg, die Lederindustrie jedoch nicht Schritt halten konnte. Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung sollen heute bis zu 200.000 Biber auf Feuerland vorkommen. Von dort aus haben sie sich im Laufe der Jahre auch aufs chilenische und argentinische Festland ausgebreitet.
Doch nicht nur die Umwelt leidet unter deren Anwesenheit, auch die Bewohner der Stadt Ushuaia bekamen die Auswirkungen der Nager deutlich zu spüren. Biber hatten ein Glasfaserkabel durchgebissen, sodass in der 60.000 Einwohner Stadt sowohl die Internetverbindungen als auch das Handynetz ausfielen. Damit künftig keine solche Angriffe mehr erfolgen können, hat man nun die Kabel „Biber-sicher“ gemacht. Das Problem der überzähligen Nagetiere bleibt jedoch weiterhin bestehen.
KN
 


Kathrin Nüsse geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwirtschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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