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"Betretungsverbot" für Wildrinder ausgesprochen

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Dienstag, 02.09.2014 - 18:06
Wisentherde im Rothaar-Gebirge: Bald wieder im Gehege? Foto: Wolfram Martin © Martin Wolfram
Wisentherde im Rothaar-Gebirge: Bald wieder im Gehege? Foto: Wolfram Martin

Per Einstweiliger Verfügung hat das Amtsgericht Schmallenberg im Eilverfahren den Trägerverein Wisent-Welt Wittgenstein in Bad Berleburg unter Androhung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 25.000 Euro, (ersatzweise Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten) aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die seit April 2013 im Rothaargebirge frei lebende Wisentherde das Grundstück des Klägers nicht betritt. „Der Trägerverein“, so das Gericht, „habe nicht nur die Schäden zu ersetzen, sondern diese von vornherein zu verhindern.“
Im Trägerverein gibt man sich unterdessen betont gelassen und plant erst einmal eine Prüfung des Erlasses durch Rechtsanwälte. Wie der Pressesprecher des Vereins verlauten ließ, habe man inzwischen die ausstehenden Schäden beglichen, aber ein Waldbauer will anscheinend entstandene „Zusatzkosten“ von 1.500 Euro mit Hilfe eines Anwaltes „eintreiben“. Allerdings, so der Pressesprecher weiter, sei da noch ein zusätzliches Problem: Nachdem der bisherige Versicherer den Vertrag zur Begleichung von Schälschäden durch Wisente gekündigt hat, habe man noch keine neue Versicherung gefunden, die für die „zuverlässige Deckung der Schälschäden aufkommt“.
Generell glaubt der Trägerverein indes nicht, dass ein juristisches Vorgehen das Wisent-Auswilderungsprojekt zu Fall bringen könnte, da es dafür inzwischen eine viel zu breite Unterstützung gebe. Erst im Juli habe NRW-Minister Johannes Remmel (Grüne) das Wisent-Schaugehege besucht und dabei das Auswilderungsprojekt ausgiebig gelobt.
Schon in der Vergangenheit haben etliche Schmallenberger Waldbauern damit gedroht, gerichtlich klären zu lassen, „ob die Ausflüge der Wittgensteiner Wisente ins Hochsauerland überhaupt rechtmäßig seien“. Dem Vernehmen nach planen jetzt auch andere von Schälschäden betroffene Waldbauern „juristische Schritte“. Interessant und bemerkenswert insofern, als unter den „Betroffenen“ einerseits die Staatsforsten, andererseits auch Besitzer von Weihnachtsbaum- und Douglasienkulturen sind.
W. Martin