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Bestände chronisch unterschätzt?

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Mittwoch, 06.11.2013 - 16:05
Müssten deutlich mehr Sauen erlegt werden, wie viele gibt es wirklich? Foto: Manfrad Klein © Manfrad Klein

Jagdstrecken geben unter Umständen Hinweise auf Populationsgrößen der Art. Beim Schwarzwild gab es in den letzten Jahren große Ausschläge nach unten und oben. Strecken gehen in Mastjahren zurück, weil zum Beispiel die Kirrjagd kaum Erfolg bringt. Nun haben Wissenschaftler der Universität Bonn (B. Müller, J. Brün) mit molekulargenetischen Methoden die Verwandtschaftsverhältnisse erlegter Sauen aus Rheinland-Pfalz untersucht.
Wenig überraschendes Ergebnis: Die Daten legen den Schluss nahe, dass die Schwarzwildpopulation im Untersuchungsgebiet erheblich größer sein muss, als man es nach der Jagdstrecke vermuten könnte. Dieses Ergebnis bestätigen die Praktiker, die schon seit langem davon ausgehen, dass nicht nur der jährliche Zuwachs, sondern auch die Bestände chronisch unterschätzt werden. Das heißt im Klartext, dass Jägerinnen und Jäger in den meisten Jahren den Zuwachs nicht abschöpfen, was zum weiteren Ansteigen der Populationen führt.
HDP