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Besenderte Luchsin vergiftet

Der präparierte Rehbock-Kadaver. Foto: PM © PM
Der präparierte Rehbock-Kadaver. Foto: PM © PM

Der präparierte Rehbock-Kadaver. Foto: PM

Die Mitte März im Nationalpark Bayerischer Wald tot aufgefundene Luchsin "Tessa" ist vergiftet worden. Das ergab die histologische Untersuchung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin.
Als Giftquelle konnte ein Rehbock-Kadaver identifiziert werden, der sich nur rund 300 Meter entfernt von dem toten Pinselohr befand. Das Zentrum für Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsmedizin Göttingen gab in seinem Abschlussbereicht bekannt, dass im Träger- und Hinterleibbereich Gift in Form eines Granulates nachgewiesen werden konnte. Der Träger wurde zuvor mit einem Messer präpariert. Die gleiche Substanz fanden die Berliner Wissenschaftler im Magen der Katze.
Das seit 2007 in Deutschland verbotene Insektenvernichtungsmittel "Carbofuran" wirkt als Nervengift und ist bereits in geringen Dosen tödlich. Die drei Jahre alte Luchsin starb demnach an einem Atemstillstand.
Bekannt wurde "Tessa", da der Nationalpark regelmäßig in Form eines Tagebuches über ihre Streifzüge berichtete. Auch tappte sie kürzlich mit ihrem Nachwuchs in eine sogenannte Fotofalle. Man geht davon aus, dass sie mindestens ein Junges geführt hatte. Der Bayerische Jagdverband hat neben weiteren Verbänden eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro für die Ergreifung des Täters ausgesetzt, bestätigte Rainer Pöhlmann, Pressesprecher des Nationalparks, gegenüber der Redaktion. Dieser Betrag wurde jetzt noch einmal vom WWF und der Gregor Louisoder Umweltstiftung um 10.000 Euro auf insgesamt 15.000 Euro erhöht. Bis zu fünf Jahre Haft sieht das Gesetz für eine solche Tat vor.
BS/PM/Bettina Diercks