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Beschossen und von Erntemaschine erfasst?

Der aufgefundene Wolf im Sektionsraum des IZW in Berlin. Foto: LJVB/ Robert Franck


Wie der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) vermutet, verletzte wohl eine Erntemaschine den Wolf. Die verständigte Tierärztin entschied im Beisein des Wolfbeauftragten des LJVB, Robert Franck, das Tier einzuschläfern.
Warum aber konnte eine Maschine einen gesunden Wolf erfassen? Diese Frage beantwortete sich als der Kadaver der etwa fünf Monate alten Wölfin kurz darauf im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin untersucht wurde: Die dortige Obduktion deckte eine etwa zwei Wochen alte Schussverletzungen an den Hinterläufen des Tieres auf.
Damit bekam der Fall eine andere Wendung: Der Pressesprecher des LJVB, Dr. Tino Erstling, teilte jagderleben mit, dass der Verband am Montagnachmittag deswegen Anzeige gegen Unbekannt erstattet habe. Die Verletzung durch eine Erntemaschine, „ist eine Vermutung, die aber auch noch nicht wiederlegt wurde“, so Erstling. Nachgewiesen ist jedoch die Schussverletzung, die nach Aussage des Pressesprechers von einem Teilzerlegungsgeschoss stammt. Zuvor hatte bereits Robert Franck, Präsidiumsmitglied des Verbandes, erklärt, dass er tief enttäuscht sei, dass in Brandenburg schon wieder auf einen Wolf geschossen wurde.
Erst Anfang August sorgte ein enthaupteter Wolf dort für Aufregung (wir berichteten siehe ähnliche Artikel unten). Offiziell gehe man davon aus, dass in Brandenburg derzeit rund 100 Wölfe in zwölf Rudeln leben. Seit der Wende vor 25 Jahren seien in dem Bundesland sechs der Tiere getötet worden, teilte Ernstling auf Anfrage mit.
MH