Home News Belgien erschwert Wildbret-Importe aus Deutschland

Belgien erschwert Wildbret-Importe aus Deutschland

Viele belgische Jäger jagen in Deutschland und große belgische Wildhändler importieren Wildbret aus Deutschland.


Was paradox klingt, ist laut einer neuen belgischen Vorschrift nun Wirklichkeit: Ein Land, das mit afrikanischer Schweinepest infiziert ist, verbietet den Import von Wildbret aus ASP-freien Staaten. Einem Rundschreiben der obersten belgische Behörde zufolge, darf seit dem 1. November kein Schalenwild in der Decke bzw. Schwarte mehr aus angrenzenden Staaten eingeführt werden.

Betroffen ist davon der Import aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg und den Niederlanden nach Belgien. Es handelt sich dabei nicht nur explizit um Schwarzwild, sondern laut Verordnung um sämtliches Schalenwild. Dadurch ist unklar, ob damit vor der ASP geschützt werden soll oder es andere Hintergründe gibt. Eine offizielle Begründung des belgischen Staates gibt es bislang nicht.

Mehrere Besuche von Amtstierärzten erforderlich

Gerade im Grenzgebiet der Eifel in Nordrhein-Westfalen sind viele Jäger aus Belgien aktiv und Strecken werden an belgische Wildhändler verkauft. Private Jäger dürfen laut der Regelung weiterhin Wildbret nach Belgien verbringen, solange sie es nur zum Eigenverzehr nutzen. Sobald ein gewerblicher Verkauf stattfindet, muss eine Gesundheitsbescheinigung gemäß EU Muster 636/2014 ausgefüllt werden. Dieses muss von einem Amtstierarzt des Landes, in dem die Jagd stattfand, unterschrieben werden. Zusätzlich müssen die Stücke in Belgien von einem amtlichen Tierarzt, sowohl vor, als auch nach dem aus dem Decke schlagen, beschaut werden.

Deshalb suchen verschiedene deutsche Behörden nun Lösungen. Ein aktuell praktikabler Ausweg scheint, dass das Wild vom Jäger, der gleichzeitig kundige Person ist, beschaut wird und dies vom Veterinäramt auf der offiziellen Gesundheitsbescheinigung bestätigt wird. Der deutsche Amtstierarzt hat so keinen direkten Kontakt zum Wild.

Derzeit scheint es so, als sei aus der Decke geschlagenes bzw. abgeschwartetes Wild von der neuen Verordnung nicht betroffen.


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
Thumbnail