Home News Behauptung: Hund schießt mit Jagdwaffe - Jäger verliert Schein

Behauptung: Hund schießt mit Jagdwaffe - Jäger verliert Schein

Die Waffe lag laut Angaben unterladen auf der Rücksitzbank (Symbolbild). © Jost Doerenkamp

Die Waffe lag laut Angaben unterladen auf der Rücksitzbank (Symbolbild).


Ein Jäger aus dem Landkreis Pfaffenhofen (Bayern) verliert seine Zuverlässigkeit und damit seine Waffenbesitzkarte. Bereits im November 2016 kam es zu einem Vorfall in seinem Jagdrevier. Er habe mit einer Spaziergängerin geredet, als sich plötzlich aus der im Auto befindenden Jagdwaffe ein Schuss löste. Das Geschoss habe den Jäger am Arm verletzt. Der Jäger gab an, dass der ebenso sich im Auto befindende Jagdhund für den Vorfall verantwortlich sein müsste, da er die Waffe unterladen im Fahrzeug abgelegt habe.

Die untere Jagd- und Waffenbehörde in Pfaffenhoffen erfuhr von diesem Vorfall und wiederrief deshalb die Waffenbesitzkarte. Der beschuldigte Jäger legte Einspruch gegen die Entscheidung ein. Da es zu keiner außergerichtlichen Entscheidung kam, wurde die Sache an das Verwaltungsgericht München weitergegeben.

Gericht und Behörde sprechen Zuverlässigkeit ab

Das Gericht wies die Klage heute ab. Sowohl das Gericht als auch die örtliche Behörde teilen die Einschätzung, dass der Mann auch künftig nicht vorsichtig mit Waffen oder Munition umgehen wird und damit nicht mehr die erforderliche Zuverlässigkeit besitzt.

Gegenüber unserer Redaktion teilte das Gericht schriftlich mit: „Es macht daher keinen Unterschied, ob der Kläger – wie er behauptet – die Waffe nur unterladen in seinen Pkw gelegt hat oder ob – was von der Lebenserfahrung wahrscheinlicher ist – die Waffe fertig geladen war, als der Schuss durch seinen Jagdhund ausgelöst wurde. Denn der Transport eines schussbereiten (also teil- oder vollständig geladenen) Gewehrs im Kraftfahrzeug birgt stets eine erhöhte Gefahr für den Waffenbesitzer und für Dritte in sich, was insbesondere für Pirschfahrten gilt. Solche Fahrten führen häufig durch unwegsames Gelände, was ebenso wie die Mitnahme eines Jagdhundes die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich ein Schuss unbeabsichtigt löst. Diese Obliegenheit bzw. elementare Pflicht hat der Kläger verletzt. Allein etwas ungewöhnliche oder „atypische“ Umstände (Ablauf des Vorfalls) vermögen dies nicht zu relativieren oder rechtfertigen.“


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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