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Bedroht: Ministerium nimmt Wolfsberater aus der Schusslinie

Der Wolfsberater war zunehmenden persönlichen Anfeindungen ausgesetzt – in seinem Landkreis soll ein Wolf erlegt werden (Symbolbild). © Erich Marek

Der Wolfsberater war zunehmenden persönlichen Anfeindungen ausgesetzt – in seinem Landkreis soll ein Wolf erlegt werden (Symbolbild).


Das niedersächsische Umweltministerium hat einen Wolfsberater von seinen Aufgaben entbunden. Dies geschieht laut Aussage des Ministeriums zu seinem eigenen Schutz. Name und Kontaktdaten des Mannes waren im Zuge der hitzigen Debatte um den Abschuss eines Leitwolfs im Landkreis Nienburg im Internet verbreitet worden. Daraufhin erreichten den Mann, der im Hauptberuf Förster ist, zunehmende persönliche Anfeindungen. Es wurde ihm unterstellt, er sei als Wolfsberater dafür verantwortlich, dass der Wolf getötet werden soll.

Berater beklagt verbale Angriffe

Es sei erschreckend, dass verbale Angriffe auf Personen die sich mit dem Wolfsmonitoring beschäftigten, mittlerweile zum Tagesgeschäft gehörten, so der Abberufene in einer Stellungnahme. Die Diskussionen würden mit einer Heftigkeit geführt, die „Appelle an Fairness, Anstand und Sachlichkeit sinnlos“ erscheinen ließen.

Präzedenzfall: Erster abberufener Wolfsberater

Wie der NDR berichtet, ist es das erste Mal, dass das Umweltministerium einen Wolfsberater abberuft. Es sei aus Gründen der Fürsorge nicht weiter zu verantworten, den Mann in der ehrenamtlichen Funktion zu belassen. Der Wolfsberater zeigte sich mit der Entscheidung einverstanden, er wolle sich nicht mehr weiter zur Thematik äußern.

Die erteilte Sondergenehmigung zum Abschuss des Wolfes werde jedoch vorerst ruhen, gab das Umweltministerium gegenüber dem NDR an. Es müsse zunächst vom Verwaltungsgericht Oldenburg geprüft werden, ob die Abschuss-Erteilung von Umweltminister Olaf Lies rechtens ist. Der "Freundeskreis freilebender Wölfe" geht juristisch dagegen vor.


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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