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Bayern: Zuchtstute statt Wildschwein erschossen

Stute mit Fohlen auf der Weide. Jeder Jäger sollte die Pferdekoppeln in seinem Revier kennen und in deren Nähe besondere Vorsicht walten lassen. <br>Foto: Annegret Strehle © Strehle Annegret

Stute mit Fohlen auf der Weide. Jeder Jäger sollte die Pferdekoppeln in seinem Revier kennen und in deren Nähe besondere Vorsicht walten lassen. <br>Foto: Annegret Strehle

Wie erst jetzt bekannt wurde, erschoss ein 42-jähriger Jäger Anfang September bei einem nächtlichen Ansitz in Oberfranken ein Pferd. Er meinte, auf ein Wildschwein gezielt zu haben. Laut Polizeibericht betrug die Entfernung zirka 120 Meter. Gefunden hat der Mann jedoch ein verendetes Pferd, welches sich mit seinem Fohlen auf einer Koppel befunden hatte.
Da der Schütze nachts den Besitzer nicht ausfindig machen konnte, legte er einen Zettel mit seiner Telefonnummer auf das tote Tier. Groß war der Schock der Besitzerin am Morgen. Bei der Stute, die ein vier Monate altes Fohlen führte und bereits wieder trächtig war, handelte es sich um ein aus bester Zucht stammendes Distanzpferd.
Wie die "Norbayerischen Nachrichten", die den Fall jetzt nachrecherchiert haben, berichten, sei das Merkwürdige an dem Geschehen, dass die Stute aufgrund der Gegebenheiten vor Ort offenbar nur schwerlich in die Schusslinie des Jägers gelangen konnte. Daher, so heißt es in dem Pressebericht weiter, gehe die Staatsanwaltschaft von einem Unglücksfall ohne Verschulden des Jägers aus. Die Ermittlungen dazu sind abgeschlossen. Aus strafrechtlicher Sicht sei die Sache damit erledigt.

Zivilrechtlich dürfte es jedoch ein Nachspiel geben. Der finanzielle Schaden wird zwar von der Jagdhaftpflichtversicherung des Unglücksschützen übernommen, für das Tier lagen aber wohl mehrere hochkarätige Angebote vor. Nach Angaben der Polizei könnte der Streitwert deshalb mehrere hunderttausend Euro betragen. Alfred Löprich/RJE