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Bayern: Staatsforsten müssen keinen Gewinn mehr machen

Forstwirt fällt Baum © Adobe Systems GmbH

Die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) sollen ihre Gewinnorientierung aufgeben und die Waldbewirtschaftung künftig ganz nach den Zielen Biodiversität und Klimaschutz ausrichten. Das erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vergangenen Mittwoch in München. „Der Erhalt und Ausbau der Wälder ist jetzt die wichtigste Aufgabe“, sagte er mit Blick auf den Klimawandel. Das Geld, das die BaySF erwirtschaftet, soll künftig in den Waldumbau und die CO2-Speicherung fließen – und nicht mehr wie bisher in den allgemeinen Staatshaushalt. Bis September soll dazu ein Konzept auf dem Tisch liegen.

BaySF soll mehr Bäume pflanzen

In den nächsten fünf Jahren sollen insgesamt 30 Mio. neue Bäume im Staatswald gepflanzt und damit der Waldumbau verstärkt werden. Auch die Forschung für klimatolerante Baumarten steht auf der Agenda. Ein weiterer Nationalpark ist nicht geplant, wie Söder sagte. Allerdings sollen „wilde und alte Wälder“ zu „leicht geschützten Bereichen“ und „insgesamt mehr stillgelegt“ werden. In den Auenwäldern bei Neuburg-Schrobenhausen ist vorgesehen, ein 2000 ha großes nationales Naturmonument auszuweisen.

Staatswald hat keine Vorbildfunktion mehr

Die Priorität bei allen Maßnahmen liegt für Söder bei der Klimafrage. „Ich will mir nicht vorwerfen lassen, als Politiker die Zeichen der Zeit nicht erkannt zu haben“, sagte er. Laut Waldgesetz hat die Bewirtschaftung im Staatswald Vorbildfunktion für Privatwaldbesitzer – diesen Passus will Söder auflösen. „Privatwald ist bewirtschaftetes Eigentum“, das sei zu respektieren. Auch der Waldpakt gelte weiter. Für den Waldumbau im Privatwald soll es zusätzliche Mittel geben – das Volumen ist noch offen.

Funktionen des Waldes bleiben erhalten

So ganz neu ist die Idee für ein Umsteuern bei den BaySF nicht: Schon im Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ ist der Erhalt der biologischen Vielfalt im Staatswald als vorrangiges Ziel im Gesetz verankert. CSU und Freie Wähler haben bei den Beratungen einen ergänzenden Satz eingefügt: „Dabei sollen die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen der Wälder erhalten bleiben.“ Söder hat allerdings mit der Ankündigung von dieser Woche neben der Biodiversität dem Klimaschutz den Vorrang eingeräumt.

(Der Beitrag erschien zunächst auf Bayerisches landwirtschaftliches Wochenblatt)