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Bayerischer Jagdverband bezieht Position zu ÖJV-Erklärung

Rehwild-im-Winter © Erich Marek
Jagdzeit verlängern oder doch verkürzen? Darüber streiten sich der ÖJV und BJV.

Mit einen Positionspapier sorgt der Ökologische Jagdverband derzeit für Unmut in Bayern. In der „Rottaler-Erklärung“ heißt es: „Seit Jahrzehnten wird die Entwicklung junger Mischwälder, insbesondere der privaten (Klein-)Waldbesitzer, aufgrund eines übermäßigen Verbisses durch Schalenwild, vor allem durch Rehwild, massiv erschwert oder unmöglich gemacht.“

Daher fordert die ARGE Jagd unter anderem, dass die Interessen der Grundeigentümer im Rahmen der jagdgesetzlichen Zielsetzung Vorrang vor den Interessen der Jägern haben sollen. Außerdem soll das jagdrechtliche Selbstbewusstsein der Grundeigentümer durch Fortbildungen gestärkt und Fallwild künftig nicht mehr in die Streckenliste im Abschuss-Ist dazugerechnet werden. Auch wird eine „Flexibilisierung der Jagdzeiten auf Rehwild“ ja nach topographischen Verhältnissen gefordert. Wünschenswert wäre eine Jagdzeit vom 1. April bis zum 31. Januar, so die Arbeitsgruppe. „Die Jagdzeit sollte zum Schutz der Tiere harmonisiert werden, d.h. die Jagdzeit auf Rehböcke sollte auf die gesamte Jagdzeit des weiblichen Rehwildes ausgeweitet werden. Abschusspläne für Rehwild müssen sich ausschließlich am Zustand der Vegetation orientieren. Die gemeldete Zahl erlegter Rehe ist insoweit irrelevant.“

Positionspapier ist ein Schritt rückwärts

Der Bayerische Jagdverband wehrt sich gegen das Positionspapier des Ökologischen Jagdverbands. „Mit solchen grotesken Forderungen aus der so genannten Rottaler Erklärung“, so BJV-Vizepräsident und Biologe Thomas Schreder, „zeigt der so genannte Ökologische Jagdverband, wie er die Ökologie in Bayern versteht, und wie er den gesetzlichen Auftrag, die heimische Tierwelt als wesentlichen Bestandteil der heimischen Natur zu bewahren, umsetzen möchte.“ Unter dem Vorwand „Wald vor Wild“, wie es in Art. 1 des Bayerischen Waldgesetzes steht, setzt der ÖJV seinen Feldzug vor allem gegen das Rehwild fort. Das Papier sei ein Schritt rückwärts und zeige, dass die Initiatoren „alte, längst überholte Forderungen“ wiederholen.

BJV setzt auf Miteinander

Anders als der ÖJV fordert der BJV aus wildbiologischer und ökologischer Sicht die Jagdzeiten deutlich zu verkürzen und zudem ausreichend Ruhezonen und artgerechte Lebensräume zu schaffen. „Auch die Forderung, dass Fallwild nicht mehr in der Streckenliste dazugerechnet werden darf, zeigt, wie wenig durchdacht die Thesen zu Papier gebracht wurden. Auch Fallwild sind tote Tiere, die vorher im Bestand waren und dann nicht mehr zu Schaden gehen. Es ist ohne Sinn, sie nicht auf der Streckenliste zu führen“, so der Bayerische Jagdverband in einer Pressemitteilung.

Und weiter: „Die angeblichen „Ökojäger“ fordern mehr Fortbildung für die Grundeigentümer und eine Stärkung ihres Selbstbewusstseins durch Politik, Behörden und Landratsämter. Landwirte und Waldbesitzern beweisen tagtäglich, dass sie sehr gut ohne solche plumpen Ratschläge auskommen. Der BJV setzt auf das Miteinander von Jägern und Jagdgenossen. Denn nur gemeinsam lässt sich viel für die Natur und den Wald erreichen.“ PM/ KF


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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