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Bauernverband drängt auf ASP-Prävention

Der Deutsche Jagdverband hält vor allem die Bejagung von Frischlingen und Überläufern für einen Schlüssel zum Erfolg (Symbolbild).


Nachdem sich bereits viele andere Vereinigungen und institutionen zum Thema Afrikanischen Schweinepest (ASP) geäußert haben, hat nun auch der Deutsche Bauernverband (DBV) reagiert. In einer Pressemitteilung stellte man am 12. Januar ein Maßnahmenpapier zur Prävention der Seuche vor. Man müsse bereits jetzt den Schwarzwildbestand deutlich verringern, um der Seuche entgegen zu wirken, wird DBV-Vizepräsident Werner Schwarz zitiert. Pressesprecher Dr. Michael Lohse erklärte gegenüber der Redaktion, dies könne in einigen Gebieten auch eine Reduktion des Bestandes um zwei Drittel oder mehr bedeuten. Denn wenn die Seuche erst hier ankomme, müssten wohl räumlich begrenzt noch viel mehr Tiere entnommen werden. Zu den weiteren Vorschläge für präventive Maßnahmen gehört es, die Biosicherheit an Verkehrswegen zu verbessern. Verstärkte Bejagung solle ermöglicht werden, indem man die Kosten für Trichinenuntersuchungen erstatte, weitere Hilfsmittel zur Jagd erlaube und die Jäger bei der Vermarktung des Fleisches unterstütze. Die Bejagung in befriedeten Bezirken solle ermöglicht werden. Auch die Anlage von Bejagungsschneisen wird gefordert, allerdings sollen diese nicht zu Lasten der Förderung für die Landwirte gehen. Diese und einige weitere Forderungen sollten laut DBV durch Finanzmittel von EU, Bund und Ländern ermöglicht werden.

Deutscher Jagdverband sieht jagdliche Möglichkeiten begrenzt

Torsten Reinwald, Pressesprecher des Deutschen Jagdverbands (DJV) erklärte gegenüber der Redaktion, dass die Hauptgefahr der Seuche durch verunreinigte Lebensmittel und nicht von einer natürlichen Verbeitung im Schwarzwildbestand ausgehe. Man müsse die Biosicherheit stark verbessern. Des weiteren würden die Jäger bereits etwa zwei Drittel des Wildschweinbestandes pro Jahr erlegen, gehe man von einer Vermehrungsrate von 230 Prozent und einer Jahresjagdstrecke von knapp 600.000 Stück aus. Ein Umdenken der Jägerschaft müsse es allerdings bei der Bejagung von Frischlingen und Überläufern geben. Man müsse auch gestreifte Frischlinge entnehmen, da diese sich sehr bald an der Vermehrung beteiligen würden. Auch müsse die Jagd in Schutzgebieten ermöglicht werden, um den hohen Populationen dort Herr zu werden.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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