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Bauern sauer - Gänse plündern Äcker

Dort, wo Wildgänse massenhaft auftreten, können sie zum Problem für die Landwirtschaft werden. Foto: Irene Fischbeck © Irene Fischbeck

Hohe Schäden gibt es inzwischen, denn denn durch den frühen Wintereinbruch und die voran gegangenen Regenfälle bildete die Rapssaat kaum Wurzeln, stehen noch Möhren auf den Feldern. Die Weizensaat ist durch die Schneedecke kaum geschützt.
Auf 60.000 Euro schätzt ein Strücker Landwirt die Gänseschäden auf seinen Feldern, auf denen er Möhren anbaut. Auf einem Weizenfeld in Möllenbeck habe ihn der Kahlschlag hochgerechnet etwa 6.000 Euro Verlust gebraucht, Tendenz steigend.
Die Jäger können kaum helfen: Das Verwirrspiel mit den Jagdzeiten: Das Bundesjagdrecht würde den Abschuss von Bläss- und Saatgänsen erlauben, das Landesjagdrecht jedoch nicht. Bejagt werden dürfen demnach lediglichGraugänse - allerdings nur bis zum 15. Januar. Für die Bauern ein herber Verlust: Schäden durch Gänse und Schwäne sind nicht entschädigungspflichtig.
Eine Ursache der zunehmenden Gänsepopulationen sehen Landwirte und Jäger im wachsenden Kiesabbau und den dadurch entstehenden Wasserflächen. Die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer dagegenhält das Weserbergland noch nichtfür eine"Krisenzone"wegen derFraßschäden durch Gänse. An der Elbe und in Ostfriesland gäbe es andere Szenarien: Bis zu 20.000 Vögel und mehr werden dortauf Ackerland gezählt. An der Weser habe sich der Konflikt unter anderem auch deshalb zugespitzt, weil immer mehr Grün- in Ackerland umgewandelt worden sei.
Die Darstellung der Schäden an Raps wie Wintergerste hält ein Experte der Biologischen Station für übertrieben: „Das meiste verwächst sich.“ Bei den Möhrenerzeugern sei die Situation aber tatsächlich kritisch. Da müsse der Bauer eben die Gänse mehrmals täglich vertreiben, dann blieben sie auf Dauer weg, so der Ratschlag der Naturschützer. PB