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Bauern und Jäger helfen den Hasen

Ermittelte Hasendichten innerhalb Deutschlands. Foto: DJV


Die beiden setzen sich bereits seit 2012 für Lebensraumgestaltung durch Zwischenfruchtanbau ein. Passend zu Ostern haben Sie sich jetzt zusammen an ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit gewandt: „Landwirte und Jäger haben so in den vergangenen zwei Jahren jeweils nach der Ernte wertvollen Lebensraum für Hasen, Fasane, Rebhühner und anderes Niederwild geschaffen“, wird darin BBV-Umweltpräsident Alfred Enderle zitiert.
Auf immerhin 2400 Hektar erstreckte sich im Jahre 2013 die bezuschusste Anbaufläche. Um die "Erfolgsgeschichte" fortzuschreiben wird auch heuer wieder das Saatgut für wildtiergerechten Zwischenfruchtanbau gefördert: Pro Landwirt kann ein Zuschuss zum Saatgut für bis zu sechs Hektar und maximal 390 Euro beim BJV beantragt werden (Link: Detailinfo hier).
„Die Aktion ist ein großer Erfolg und zeigt, dass die spezielle Zwischenfruchtmischung von den Wildtieren, insbesondere aber auch von Insekten und Vögeln sehr gut angenommen wird" zeigt sich BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke erfreut. Er macht aber auch deutlich, dass es ihm dabei nicht nur um den Osterhasen geht: "Vor allem dann, wenn die Felder abgeerntet sind, bietet diese Mischung nicht nur wertvolle Deckung, sondern auch Äsung für das Wild und reduziert somit den Verbissdruck in den Wäldern“. So läuft also der Hase!
Darum, wie der Hase und anderes Getier laufen, geht es in einer weiteren Presseaussendung. Und die könnte den Frieden zwischen Bauern und Jägern gleich wieder gefährden. Sowohl der Deutsche Jagdverband (DJV) als auch der BJV weisen darauf hin, dass der Sympathieträger Hase heuer extrem Gefahr läuft, der Grünland-Mahd zum Opfer zu fallen. Während der BJV so die Bauern umwirbt: "Brut- und Setzzeit in Wiesen und Feldern – Feldhase, Wiesenbrüter & Co brauchen die Hilfe der Landwirtschaft!", droht der DJV sogar ein wenig: "Maßnahmen, die Tierleben retten, sind für Landwirte wichtig – nicht zuletzt wegen tierschutzrechtlicher Verpflichtungen. Denn wer Verletzung und Tötung von Jungwild durch den Kreiselmäher bewusst in Kauf nimmt, kann dadurch eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begehen. Dabei ist mit empfindlichen Geldstrafen zu rechen."
Beide geben Tipps, wie durch die richtige Mähtechnik Verluste reduziert, beziehungsweise ganz vermieden werden können.
Hilfe hat der Hase nach Ansicht der Jagdverbände auch dringend nötig: "Er sitzt in fast jedem Schau­fens­ter und bevölkert zu Hauf die Supermärkte – der Osterhase. Während die dekorativen, zumeist süßen Varianten des Feldhasen überall zu sehen sind, ist es ein Glücksfall, dem Feldhasen in freier Natur zu begegnen." So schlägt der BJV Alarm. Der DJV wartet mit konkreten Zahlen auf: "In Deutschland leben im Durchschnitt 11 Feldhasen pro Quadratkilometer Offenlandfläche." Dies sei das Ergebnis einer Erhebung in der für den Deutschen Jagdverband (DJV) und seine Landesjagdverbände zwei Mal jährlich die Feldhasenbestände in knapp 400 repräsentativen Referenzgebieten ermittelt werden.
Dabei sind es nicht hauptsächlich die Jäger, die "der Hasen Tod" verursachen! Dazu der DJV: "Sicher ist jedoch, dass nicht eine Überbejagung des Feldhasens dafür verantwortlich gemacht werden kann, vielmehr wird die Jagdintensität an die Bestände angepasst."
Einen Trend glaubt der Verband auch ausgemacht zu haben: "Die Feldhasendichten schwanken seit Beginn der Zählungen im Jahr 2002, sind aber über den Gesamtzeitraum hinweg betrachtet stabil geblieben. Maßgeblich beeinflusst werden diese durch den Zuwachs in den einzelnen Jahren."
Da sieht es 2014 gar nicht so schlecht aus, wie der BJV verkündet: "Das warme und trockene Frühjahr war für viele heimische Wildtiere bisher sehr positiv. Die ersten Feldhasen sind auf die Felder und Wiesen Bayerns gesetzt worden und hatten durch die warmen und trockenen Wochen sicher einen besseren Start als im letzten Jahr. "
Na dann: Frohe Ostern!
JMB