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Bauer schießt Wolf

Für Fuchs gehalten: Dieser Wolf hatte zuvor Schafe gerissen. Foto: Polizei © Polizei

Michael Masaniger, Pressesprecher der Landespolizeidirektion Kärnten, berichtete gegenüber jagderleben, dass der Grauhund bei Greifenburg mehrere Schafe gerissen hatte. Daraufhin wurde die Herde durch einen Stromzaun geschützt. Jedoch reichte das offenbar nicht aus, wieder gab es tote Lämmer.
Zuletzt entdeckte der Sohn des Bauers am vergangenen Dienstag hinter einer Scheune die Überreste eines gerissenen Lamms. In dem Gebäude, das im Winter als Maschinenhalle genutzt wird, bemerkte er ein Tier mit langer Lunte: ein Fuchs, war er sich sicher. Sofort verständigte er seinen Vater (aktiver Jäger), der auch umgehend bewaffnet anrückte. Eine Bewegung, zwei Schüsse. Doch nicht etwa Reineke, sondern Isegrim war gestreckt. Wie der „ORF“ berichtet, vermutet der Jungbauer, dass der Wolf schon länger in der Scheune lebte. Bei den Einzäunungsarbeiten könnte er das Tier unglücklicherweise zusammen mit den Schafen eingesperrt haben. Nach eigenen Angaben hätte der Jäger niemals wissentlich auf einen Wolf geschossen.
Gegenüber der „Kleinen Zeitung“ sagte Kärntens Jagdreferent Christian Ragger (FPÖ), dass der Mann lediglich sein Eigentum schützen wollte und deshalb seiner Meinung nach keine rechtliche Übertretung stattgefunden habe. Ins gleiche Horn stieß der für den Naturschutz zuständige Landesrat Rolf Holub (Grüne). Er sagte, dass es sich offenbar um eine Extremsituation gehandelt hätte, es sei niemandem ein Vorwurf zu machen.
Ganz so einfach scheint es jedoch nicht zu sein. Die Polizei ermittelt derzeit. Die Ergebnisse daraus werden an die zuständige Bezirkshauptmannschaft weitergeleitet. Deren Juristen werden dann prüfen, ob der Schütze rechtlich belangt werden muss.

BS