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Barnstorfer-Rudel: Wolfsberater stößt an Grenzen

Bis zu 90 Kilogramm der gerissenen Kuh wurden gefressen.


Dr. Torsten Schumacher ist ehrenamtlicher Wolfsberater im Landkreis Vechta (Niedersachsen). Allerdings artet diese Arbeit inzwischen fast zu einem Vollzeitjob aus. Alleine fünf Rissmeldungen innerhalb der vergangenen Woche beschäftigen die drei für die Region zuständigen Berater. Dabei hält sich das Barnstorfer Wolfsrudel keineswegs an typische Verhaltensmuster. Unter anderem übersprangen die Tiere einen zwei Meter hohen Zaun und rissen Muffelwild. Am 16. September wurde nun ein Jungrind mit knapp 200 Kilogramm gerissen und davon bis zu 90 Kilogramm Fleisch und Organe gefressen.

Nicht mehr für jede Sichtung raus fahren

Diese Dimension habe er bisher noch nicht gesehen, erklärt Schumacher gegenüber der Redaktion. Natürlich müsse man die Ergebnisse der DNS-Analyse abwarten, aber er sehe alle Anzeichen, dass Isegrim der Verursacher sei. Bisher sei man davon ausgegangen, dass Rinder sich selbst vor Wölfen schützen könnten. Deshalb gebe es im Landkreis auch keine vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen. „Wenn es so weiter geht, wie letzte Woche, dann ist die Arbeit nicht leistbar“, so Schumacher sorgenvoll. „Früher wäre ich bei einer Wolfssichtung raus gefahren und hätte Spuren gesichert. Heute kläre ich das nur noch am Telefon.“ Jede Rissmeldung koste ihn mindestens zwei bis drei Stunden – alles in seiner Freizeit. Auch die Tierhalter haben erheblichen Mehraufwand durch die Wolfsrisse. Sie müssen oft ihre überlebenden Tiere wieder einfangen, Kadaver entsorgen und neues Vieh anschaffen.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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