Home News Bahn und Behörden lassen Pächter nach Wildunfall im Stich

Bahn und Behörden lassen Pächter nach Wildunfall im Stich

Eine der Sauen, die vom Zug erfasst wurde. Mit Sprühfarbe wurde sie von einem Bahnmitarbeiter markiert.


Bereits Ende März wurden die sieben Stück Schwarzwild von einem Zug bei Namborn (Saarland) erfasst. Jagdpächter Andreas Hasmann hatte man deshalb nicht benachrichtigt – obwohl das saarlänsiche Landesjagdgesetz dies vorschreibt. Auch die Polizei wusste von nichts. Erst zwei Tage nach dem Unfall wurde er von seinem Reviernachbarn auf die verendeten Sauen aufmerksam gemacht. Diese lagen entlang der Gleise und teilweise sogar in einem Bach, der neben den Schienen verläuft. Da für die Gleise ein Betretungsverbot herrscht und auf der anderen Seite ein Sumpfgebiet liegt, sah Hasmann keine Möglichkeit die Sauen zu bergen. Ganz abgesehen davon, dass ihm bei einer Aneignung die Kosten und der Aufwand für die sachgerechte Entsorgung der im Schnitt 30 Kilogramm schweren Kadaver zugefallen wären.

Sauen werden wieder lebendig

Weil sich Hasmann trotzdem sorgen machte, dass Hunde und Kinder mit den toten Sauen in Kontakt kommen, wendete er sich an die Untere Jagdbehörde und das Veterinäramt. Beide sahen allerdings keine Möglichkeit Hasmann zu helfen oder die Deutsche Bahn als Verursacher dazu zu verpflichten, das Fallwild zu entsorgen. Auch der Verweis an die Veterinärbehörde bezüglich Seuchengefahr zeigte keine Wirkung. Auch nicht bei der Obersten Jagdbehörde, an die sich der Jäger zusätzlich wandte. Nun liegen die Sauen vier Wochen später immer noch da und werden langsam wieder lebendig. Hasmann fühlt sich im Stich gelassen.


Rasso Walch Der studierte Förster stammt aus einer traditionellen Jägerfamilie und hat seine Jägerprüfung bereits im Alter von 14 Jahren abgelegt.
Thumbnail