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Bär: Sorge nach Angriffen auf Jäger und Polizist | Lage in Bayern

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Kathrin Führes
am
Samstag, 29.08.2020 - 15:55
Der Bär konnte kurz nach dem Angriff betäubt und gefangen werden. © Ufficio Stampa
Der Bär konnte kurz nach dem Angriff auf den Polizisten betäubt und gefangen werden.

In den italienischen Alpen bereiten Braunbären der Bevölkerung immer mehr Probleme. So wurde am Abend des 22. Augusts am Seeufer von Andalo (Provinz Trention/ Italien) ein Polizist von einem Bären angegriffen. Der Beamte befand sich auf einem abendlichen Spaziergang, als der junge Braunbär unvermittelt den Mann angriff und zu Boden riss. Der Polizist wurde dabei durch die Krallen am Rücken verletzt. 

Der Bär, M57, war schon in der Vergangenheit aufgefallen, da er sich immer wieder ohne große Scheu in der Gegenwart von Menschen gezeigt hatte, einigen Wanderern gefolgt war und auch Streifzüge durch bewohnte Zentren unternommen hatte, so die Pressestelle der Autonomen Provinz Trentino. Alarmierte Mitarbeiter der Forstbehörde konnte mit Unterstützung von Veterinären, der Feuerwehr sowie Polizei den Bären einige Stunden später beim Durchsuchen von Mülltonnen beobachten und ihn dabei betäuben. Der Bär wurde in ein Gehege in der Nähe von Trient untergebracht.

Bär aus Gehege ausgebrochen

Aus diesem Gehege war wenige Wochen zuvor ein anderer Bär, M49, bereits zum zweiten Mal ausgebrochen. Der Braunbär hatte die Eisenstäbe des Zauns verbogen und so die Flucht angetreten. Zunächst konnte die Behörde die Bewegungen von Meister Petz noch über ein Halsband mit GPS-Sender verfolgen. Doch auch diesem entledigte sich das Raubtier mittlerweile…

Jäger auf dem Weg zum Hochsitz von Bär angegriffen

Ende Juni waren bereits zwei Männer bei Monte Peller von einer Bärin angegriffen worden. Wie ein Sprecher vom Amt für Jagd und Fischerei gegenüber der Redaktion berichtet, habe es entgegen der ersten Medienberichte nicht um zwei Wanderer, sondern um zwei Jäger auf dem Weg zum Hochsitz gehandelt.

Über einen Gen-Test konnte nach dem Angriff festgestellt werden, dass es sich bei dem Tier um eine Bärin gehandelt hatte, die sich mit ihrem Nachwuchs in der Nähe versteckt hat und deshalb auf die Jäger so aggressiv reagierte.

Bei den Nutztierhaltern wird laut „tagblatt.de“ die Forderung nach Abschüssen von Problembären lauter. Gerade der unvermittelte Angriff auf den Polizisten gebe großen Anlass zur Sorge. Doch ähnlich wie in Deutschland, wenn es um den Abschuss von Problemwölfen geht, blockieren auch in Italien Tierschützer Abschüsse mit Gerichtsverfahren.

Rätselraten um bayerischen Bären

In Bayern ist es hingegen ruhig um den Bären geworden. Wie eine Sprecherin des Bayerischen Landsamt für Umwelt gegenüber der Redaktion berichtet, stamme der letzte Nachweis aus Garmisch-Partenkirchen vom 27. April 2020. Seit dem gebe es weder im deutschen Alpenraum Nachweise, noch hätten die österreichischen Kollegen Hinweise auf den Bären gemeldet. Ob der Bär wieder zurückgewandert, sich woanders im Alpenraum aufhalte oder gar nicht mehr am Leben sei, könnte nur spekuliert werden.

So sah der Rücken des verletzten Polizisten aus


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