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Bär zu potent - wegsperren oder sterilisieren?

Spanischer Petz: Ungewiss ist die Zukunft der Bären in den Pyrenäen. Foto: SRT © SRT

Wie die spanische Zeitung „La Vanguardia“ berichtet, hatten französische Wildbiologen in einer Schlucht einen toten männlichen Bären entdeckt. Woran er starb, wird derzeit noch untersucht. Das tragische daran: Von diesem Tier hatten sich die Forscher eine für die Population im spanisch-französischen Grenzgebirge dringend notwendige Blutauffrischung erhofft. Denn der älteste lebende Vertreter der Pyrenäen-Bären (26 Jahre) ist der Vater, Großvater und Urgroßvater aller in den beiden vergangenen Dekaden geborenen Jungbären!
Demnach befürchten die Experten, dass der immer enger werdende genetische Flaschenhals (Inzucht) irgendwann der Population erheblich schaden könnte. Eigentlich sind Bären ab einem Alter von zirka 20 Jahren sexuell inaktiv. Doch dieser Petz zeige immer noch keine Anzeichen von Müdigkeit. Deswegen müsse jetzt gehandelt werden.
Diese Meinung vertritt auch der Referent für europäsiche Großraubtiere beim WWF, Dr. Janosch Arnold. Im Gespräch mit jagderleben geht er sogar noch einen Schritt weiter: "Ohne ein genetisches Management steht in diesem speziellen Fall der gesamte Bestand vor dem Aus."
Er hält eine aktive Blutaufrischung durch das Aussetzen von Bären für eine Möglichkeit der genetischen Verarmung entgegen zu wirken. Doch von mehr Großräubern in der Region wolle die Politik nichts wissen.
Entweder soll der potente Altbär jetzt eingefangen und in ein „Bärenheim“ verfachtet werden, oder er wird betäubt und sterilisiert. Im Fall letzterer Option könnte er allerdings immer noch seine Kontrahenten von der Begattung abhalten. So oder so wird es ein heikler Eingriff in die Natur.
BS