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Bär in den Alpen unterwegs – Bruno 2.0?

Ein Bär ist für die drei gerissenen Schafe nahe St. Leonhard im Pitztal verantwortlich (Symbolfoto). © Naturfoto Hofmann

Nahe dem Ort St. Leonhard im Pitztal (Österreich) wurden in der Nacht vom 4. Juni drei Schafe gerissen. Nach Angaben der Tiroler Tageszeitung begutachteten ein Amtstierarzt und ein Jäger die Schafskadaver. Anhand des Risses vermuteten diese, dass ein Hund dahinter stecken könne. Um Sicherheit zu bekommen, wurde eine DNA-Probe entnommen und zur Untersuchung ins Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie in Wien eingeschickt. Des Weiteren wurde auf der eingezäunten Weide eine Wildkamera installiert, falls der Räuber zurückkommen sollte. Bei der Auswertung der Wildkamera am Vormittag des 6. Juni dann die Überraschung.

"Täter" in Wildkamera getappt

Die Aufnahme zeigte einen jungen Bären. Martin Janovsky, Beauftragter für großer Beutegreifer des Landes Tirol, gibt gegenüber der Redaktion an, dass es sich wahrscheinlich um ein männliches Jungtier handle. Diese Schlussfolgerung zieht er aus dem Verhalten von Bären sowie dem Monitoring der letzten Jahre. So seien weibliche Bären sehr „stationär“. Junge Bärinnen hielten sich meist sehr nahe zur Mutter auf. Männliche Bären hingegen legen oft sehr weite Strecken zurück. Außerdem waren alle bisher nachgewiesenen Bären in Tirol ausschließlich Männchen, erklärt Janovsky weiter.

Streunender Hund zuerst vermutet

Die Verwechslung des Risses mit einem streunenden Hund sei auf die „ungezielte“ Vorgehensweise zurückzuführen. Martin Janovsky erklärt, dass beispielsweise Wölfe, die auf das Beutetier angewiesen sind, einen gezielten Kehlbiss setzen. Hingegen fassen Hunde das Beutetier oft wahllos und meist an mehreren Stellen. Ein Bär geht - ähnlich einem Hund - nach keiner bestimmten Weise vor, sondern versucht das Tier lediglich zu packen.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.