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Baden-Württemberg weicht Elterntierschutz wegen ASP auf


Das Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz in Baden-Württemberg hat die Jagdbehörden über Maßnahmen zur Vorbeugung der Afrikanischen Schweinepest informiert. In dieser Aussendung geht es vor allem um die Intensivierung des Monitorings mit der Bitte an die Jägerschaft, das erlegte Wild zu beproben. Allerdings gibt es auch neue Regeln für die Bejagung von Schwarzwild. Wie Pressesprecher Jürgen Wippel gegenüber der Redaktion erklärte, beabsichtige man, das sachliche Verbot zur Verwendung künstlicher Lichtquellen für die Wildschweinjagd einzuschränken. Diese Allgemeinverfügung ist aktuell in Vorbereitung. „Bis zum Inkrafttreten der Allgemeinverfügung sind Zuwiderhandlungen nicht mehr als jagdrechtliche Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen, da in der Regel kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht“, zitiert die Kreisjägerschaft Ravensburg die Aussendung an die Jagdbehörden. „Die Vorgaben des Waffenrechts sind jedoch weiterhin zu beachten. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die künstlichen Lichtquellen keinesfalls mit der Schusswaffe verbunden werden dürfen.“ Die Allgemeinverfügung soll bis zum 31. März 2019 befristet werden.

Elterntierschutz fraglich

Weiterhin geht der Erlass auf den Elterntierschutz bei Drückjagden ein: „Ein fahrlässiger Abschuss einer für die Aufzucht notwendigen Bache im Rahmen von Bewegungsjagden im Zeitraum vom 15. Oktober bis 31. Januar ist künftig nicht mehr als Ordnungswidrigkeit zu verfolgen, da in der Regel kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht. Von einer Aufforderung zur Selbstanzeige an die Erlegerinnen und Erleger ist in diesen Fällen abzusehen. Dies gilt nicht bei vorsätzlicher Erlegung einer zur Aufzucht notwendigen Bache.“ Die fahrlässige Erlegung von Elterntieren, die nicht dem Schutzmanagement unterliegen stellt nach §67 Abs. 3 JWMG eine Ordnungswidrigkeit dar. Laut Wippel möchte man natürlich nicht, dass deshalb nun führende Bachen geschossen würden. Zwischen Oktober und Januar sei nur in Ausnahmen mit abhängigen gestreiften Frischlingen zu rechnen, so die Aussendung. „Das Risiko des Fehlabschusses einer zur Aufzucht notwendigen Bache führt in solchen Situationen häufig zu einer Verunsicherung bei der Schussabgabe.“

Jagdverband äußert sich kritisch

Armin Liese, Pressesprecher der Landesjagdverbands äußert sich kritisch. Er wisse nicht, wo man die Grenze zwischen vorsätzlichem und fahrlässigem Abschuss eines Elterntiers ziehen soll. Außerdem sei ihm nicht klar, wie man die künstlichen Lichtquellen nutzen solle, wenn man diese nicht an der Waffe anbringen dürfe. SBA

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